Aktienmärkte auf Jahreshoch
Börsen-Bericht vom 5. Dezember 2003

05.12.03 - - Trotz des weiter erstarkten Euro und einiger unklarer Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten erreichte der deutsche Aktienmarkt in dieser Woche neue Jahreshöchststände. Nachdem der DAX erfolgreich die Tradingzone von 3400 bis 3600 Punkten verlassen hat, scheint er sich im Zuge einer Jahresendrallye nun deutlich über 3800 Punkten zu etablieren. Gestützt wird der Aufwärtstrend von Indexschwergewichten wie Deutsche Bank und Siemens.

Auf Grund der verbesserten technischen Verfassung des Marktes und immer besserer Fundamentaldaten auch in Deutschland wächst nach Ansicht der Commerzbank die Hoffnung auf längerfristig steigende Kurse. Andererseits steigt auf kürzere Sicht die Gefahr einer Überhitzung mit der Folge von Rückschlägen. Es empfiehlt sich daher, Bestände auf jeden Fall durch Stopp-Loss-Limite abzusichern.

Allerdings steigt der Goldpreis signifikant an was ein sehr schlechter Indikatior für den Aktienmarkt ist und der starke Euro behindert den Export, so dass sogar die USA leichten Herzens auf Strafzölle im Stahlbereich verzichten können, denn der starke Euro stellt de facto eine wesentlich höhere Belastung dar als die Strafzölle. Da der DAX in 2003 auch bereits um 50 % gestiegen ist, empfiehlt die Redaktion daher - je nach steuerlicher Situation - möglichst Kasse zu machen und erst im Laufe Januar/Februar ggfs. an den Markt zurück zu kehren.

Am Rentenmarkt hat sich in dieser Woche keine eindeutige Tendenz gezeigt. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen stabilisierte sich knapp unter 4,5 Prozent und dürfte sich auch in den nächsten Wochen auf diesem Niveau bewegen. Wesentlich für die mittelfristige Entwicklung wird die Geld- und Zinspolitik der großen Notenbanken sein. Da das Tempo der konjunkturellen Belebung verhalten bleiben wird und der Preisauftrieb weiterhin keinen Anlass zur Sorge gibt, besteht hier in den nächsten Monaten noch kein Handlungsbedarf. Auf Sicht von 12 Monaten erwartet die Commerzbank allerdings Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank um insgesamt 50 Basispunkte und eine Rendite für zehnjährige Titel von 4,8 Prozent. Unter diesen Annahmen erzielt der Privatanleger die beste Wertentwicklung mit mittleren Laufzeiten. Bei Neuengagements sollte deshalb der Laufzeitenbereich zwischen 3 und 5 Jahren bevorzugt werden.