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Banken vernachlässigen
Firmenkunden im Internet
[25.10.2001 - ots] - Das
digitale Geschäft der deutschen Banken mit ihren Firmenkunden
hinkt der rasanten Entwicklung des Internets deutlich hinterher.
Größtes Defizit: fehlende Leistungsangebote im Internet.
Um wichtige Firmenkunden zu binden, müssen die Banken das
Internet als Vertriebsweg vorantreiben. Zu diesem Ergebnis kommt
die Mummert + Partner Unternehmensberatung in einer Umfrage unter
Experten von 34 Banken und Sparkassen.
Nach Meinung der befragten Experten kommt dem Internet im Firmenkundengeschäft
eine entscheidende Rolle zu. Der wichtigste Vorteil: Als Vertriebsplattform
ermöglicht es maßgeschneiderte Serviceangebote. Doch
bei der Umsetzung hapert es: virtuelle Filialen beschränken
ihr Onlineangebot meist auf standardisierte Basisdienstleistungen
wie Zahlungsverkehr und Wertpapiergeschäft.
In allen Angebotsbereichen - klassische, banknahe und bankfremde
Angebote - räumen die befragten Bankexperten der Kundenbindung
höchste Priorität ein. Dabei steht die Onlineberatung
ganz oben auf ihrer Wunschliste. Derzeit wird diese aber nur
von 35 Prozent der Banken angeboten. Auch die bankfremden Serviceangebote
bergen noch erhebliche Potenziale: Bis 2003 wird sich die Nachfrage
nach diesen Angeboten mehr als verdoppeln. Die elektronische
Rechnungstellung und Zahlungs- abwicklung beispielsweise werden
von den Experten mit einem Nachfrageplus von 80 Prozent am stärksten
priorisiert. Bei der elektronischen Warenbeschaffung soll die
Nachfrage um 70 Prozent steigen.
Trotz allem: Die Bereitschaft der Kreditinstitute, in klassische
Bankangebote zu investieren, liegt um 28 Prozent höher als
ihr Wille, bankfremde Mehrwertdienste anzubieten. Dabei wird
beispielsweise für klassische Transaktionen exakt dieselbe
Nachfragesteigerung erwartet wie für bankfremde Services.
Insgesamt zeigen die Großbanken eine höhere Investitions-
bereitschaft als beispielsweise die Sparkassen. Die Ursache hierfür
liegt in der ungleichen Firmenkundenstruktur.
Den Banken drohen Kundenverluste, wenn sie kundenorientierte
Zusatzservices im Internet vernachlässigen - Serviceschwächen,
die dem internationalen Wettbewerb den Einstieg in den deutschsprachigen
Firmenkundenmarkt erleichtern.
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