DZ Bank: Kapitalmarktrückblick 2003
Nulldiät am IPO-Markt - Tristesse bei Neuemissionen

13.12.03 - - 2003 wird als Jahr ohne einen Börsengang (IPO) in die deutsche Börsengeschichte eingehen, stellt die DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main, mit Blick auf das zurückliegende Emissionsjahr 2003 fest. Lediglich die Abspaltung und Notierungsaufnahme der Hypo Real Estate von der HypoVereinsbank bereicherte den Börsenzettel um einen neuen Wert. Ungeachtet dessen wurde der Markt intensiv in Form von Secondaries (Kapitalerhöhungen, Umplatzierungen) und Convertible/Exchangeable Bonds (Wandel-/ Umtauschanleihen) in Anspruch genommen. Dabei war eine deutliche Zunahme an Transaktionen zu beobachten, die binnen sehr kurzer Frist durchgeführt wurden (sog. Accelerated Deals). Dennoch wurden die größten Kapitalerhöhungen (Allianz mit € 4,4 Mrd. und Münchener Rück mit € 3,8 Mrd.) nach dem traditionellen Bezugsrechtsverfahren in den Markt lanciert.

Bei einer kumulierten Betrachtung des Emissionsvolumens im Jahr 2003 (Kapitalerhöhungen, Umplatzierungen, Wandel-/ Umtausch- anleihen) ergibt sich per 10.12.2003 ein ausmachendes Volumen von rd. € 30 Mrd., wobei im Jahresverlauf mit der allgemeinen Erholung der Märkte eine deutliche Belebung der Transaktionsfrequenz feststellbar war (Q1: 2 Transaktionen; Q2: 9; Q3: 11; Q4: 20). Bei Kleinsttransaktionen (ausmachendes Volumen bis € 5 Mio. je Transaktion), von denen alleine in der zweiten Jahreshälfte 13 Stück zu beobachten waren (inkl. Ankündigungen bzw. laufende Transaktionen), dominierten Kapitalerhöhungen das Marktgeschehen.

In Anbetracht des nach wie vor niedrigen Zinsniveaus und vor dem Hintergrund relativ hoher Volatilitäten an den Aktienmärkten nutzten eine Reihe von Gesellschaften den Markt zur Begebung von Wandel-/ Umtauschanleihen. Dies geschah zum einen, um das derzeit aus Unternehmenssicht attraktive Zinsniveau zu nutzen, zum anderen konnten attraktive Prämien (per Termin) auf das zum Zeitpunkt der Begebung vorherrschende Kursniveau des Underlyings erzielt werden, und schließlich wurden einige Transaktionen überhaupt erst möglich, indem hinsichtlich der Strukturmerkmale auf die Platzierung bei Equitylinked Investoren abgestellt wurde. Dieses Angebot traf auf der anderen Seite auf deutliche Nachfrage, da es im europäischen Vergleich in Deutschland eine „Angebotslücke“ auf dem Equity-linked Markt gab, da eine Reihe von Emissionen ausgelaufen ist, die noch gehandelten Wandelanleihen häufig weit aus dem Geld sind und schließlich die auf Wandelanleihen spezialisierten und nach wie vorhohe Mittelzuflüsse ausweisenden Hedgefondsinvestoren auf geringes Angebot treffen.

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