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FÜR DEN MITTELSTAND
IN BASEL EIN ZEICHEN SETZEN
(11.12.01 - hib/VOM) Die deutschen Verhandlungsführer
bei den Verhandlungen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht
über eine Neufassung der Baseler Eigenkapitalvereinbarung
("Basel II") haben das Ziel, für den deutschen
Mittelstand "ein Zeichen zu setzen".
Dies betonte der Präsident des Bundesamtes für das
Kreditwesen, Jochen Sanio, als einer der Verhandlungsführer.
Das deutsche Verhandlungsziel sei noch nicht erreicht. Alle bisher
erzielten Änderungen an den bisherigen beiden Konsultationspapieren
des Baseler Ausschusses seien im Wesentlichen allgemeiner Art,
hätten aber durchaus teilweise sehr positive Wirkungen für
kleinere und mittlere Unternehmen im Hinblick auf die Risikogewichtung.
Nach den Worten Sanios haben erste Proberechnungen über
Auswirkungen von angepeilten Änderungen in den einzelnen
Ländern eine große Spannbreite zwischen Entlastungen
und Belastungen ergeben. Für Deutschland könnten sich
Be- und Entlastungen im Ergebnis neutralisieren. Ziel sei es,
bei den Krediten an mittelständische Unternehmen einen Anstieg
der regulatorischen Eigenkapitalkosten zu verhindern. Für
Kreditnehmer, denen eine höhere Ausfallrate zugeordnet werde,
also Mittelständler, sei der Unterlegungssatz für das
Eigenkapital um etliche Prozentpunkte abgesenkt worden. Was das
Ziel, keinen unangemessenen Malus für mittel- und langfristige
Kredite zuzulassen, betreffe, sei möglicherweise ein Bankenwahlrecht
denkbar. Dies würde bedeuten, dass jede Bank bei der Festlegung
der Risikogewichte entweder die genaue Kreditlaufzeit als Bestimmungsgröße
berücksichtigen oder die Risikogewichte unter der Annahme
einer durchschnittlichen Kreditlaufzeit festlegen könnte.
Der Vertreter der Deutschen Bundesbank berichtete, dass geplant
sei, zunächst eine Auswertungsstudie auf der Basis von Ende
2001 abzuwarten, bevor das geplante dritte Konsultationspapier
erstellt wird. Damit würde sich der Termin von Ende Februar
auf Juni oder Juli 2002 verschieben. Vertreter des Zentralen
Kreditausschusses des deutschen Bankgewerbes befürworteten
dieses Vorgehen, da es sinnvoll sei, erst zu rechnen und dann
zu entscheiden. Im übrigen gehe es nicht um Privilegien
für den Mittelstand, sondern darum, dass viele Kleinkredite
in ihrer Summe einen anderen Risikogehalt hätten als ein
großer Kredit. Die Bankenvertreter unterstützten auch
die Auffassung, dass die Basel-II Vereinbarungen nicht nur für
große Banken, sondern grundsätzlich für alle
Kreditinstitute gelten sollten. Während die SPD-Fraktion
gute Chancen sieht, dass "etwas Positives dabei herauskommt",
hielt die FDP Basel II für "nicht akzeptabel".
Für die FDP geht es "in erster Linie" um die Finanzierung
der deutschen Wirtschaft und damit des Mittelstandes. Wenn sich
die Finanzbasis graduell verschlechterte, hätte das Nachteile
für die deutsche Wirtschaft mit ihrer mittelständischen
Struktur. Solche Benachteiligungen gelte es zu verhindern.
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