Studie Geschäftsreisen
2006
Mittelstand hat Blick für das
Geschäftsreise-Management geschärft
02.11.06 Europaweit gehen Unternehmen
von einer weiter steigenden Anzahl an Geschäftsreisen aus,
so ein zentrales Ergebnis der zweiten AirPlus International Travel
Management Studie. Allerdings scheint das Sparpotenzial bei den
direkten Kosten größtenteils ausgeschöpft zu
sein. Künftig wollen Unternehmen den Fokus verstärkt
auf die Vereinfachung von Prozessen und ein effektives Controlling
legen.
Jedes zweite Unternehmen erwartet künftig
mehr Geschäftsreisen.
Besonders ausgeprägt ist diese Einschätzung
in den deutschsprachigen Ländern sowie den USA. Vor allem
bei Flugreisen und Übernachtungen hat sich diese Erwartung
im Vergleich zu 2005 noch einmal verstärkt. Jedes zweite
Unternehmen rechnet deshalb mit steigenden Reisekosten. 55 Prozent
der Firmen kalkulieren mit steigenden Ausgaben für Flugtickets,
bei Übernachtungen erwarten dies 46 Prozent. Unternehmen
mit einem geringeren Reisevolumen gehen dabei allgemein seltener
davon aus, dass die Reisekosten ansteigen werden. Unabhängig
von der Unternehmensgröße bestätigt sich in der
zweiten Auflage unserer Studie, dass der Sparwunsch bei Geschäftsreisen
nach wie vor stark ausgeprägt ist, kommentiert AirPlus
Geschäftsführer Patrick W. Diemer die Ergebnisse. Da
allerdings das Sparpotenzial durch Firmentarife weitgehend ausgereizt
sei, müssen Unternehmen den Blick stärker auf Alternativen
und auf ihre Prozesse richten. Nur so könnten sie ihre Reisen
genauer analysieren und damit gezielter steuern.
Firmenraten gefragt, Einsparungen leicht rückläufig
Um die Geschäftsreiseausgaben zu minimieren,
verhandeln viele Unternehmen direkt mit den Reisedienstleistern.
2006 wurden die Einsparungen durch Firmentarife auf durchschnittlich
17 Prozent beziffert. Obwohl die Nutzung von Firmenraten in allen
Ländern zugenommen hat, sind die dadurch erzielten Einsparungen
im Vergleich zum Vorjahr teilweise rückläufig
so bei Flug und Mietwagen. Bei Übernachtungen und Bahnreisen
konnten Unternehmen dagegen ein höheres Einsparvolumen als
2005 realisieren. Ein anderer Trend zeigt sich in Deutschland:
Hier ist die Nutzung von speziellen Firmentarifen bei allen Leistungsträgern
zurückgegangen.
Reiserichtlinien: Die Schrauben werden angezogen
Unternehmen definieren zunehmend Reiserichtlinien
- für Europas Reiseverantwortliche eine wichtige Stellschraube,
um Kosten zu senken. Insgesamt ist der Anteil der Unternehmen
ohne Regelwerk im Vergleich zu 2005 um gut 3 Prozent gesunken
(2006: 21 Prozent). Und dort, wo es bereits Richtlinien gibt,
wird verstärkt auf ihre Einhaltung geachtet (2005: 91 Prozent,
2006: 94 Prozent). Der Großteil der Befragten (43 Prozent)
geht sogar davon aus, dass die Reiserichtlinien im eigenen Unternehmen
künftig verschärft werden, wobei die südeuropäischen
Länder dieses Thema gelassener sehen: In Italien, Spanien
oder Portugal erwartet nur jeder Dritte strengere Richtlinien.
In den Geschäftsreisemärkten, die als traditionell
hoch entwickelt gelten (z. B USA oder Großbritannien),
werden Restriktionen wesentlich häufiger als Möglichkeit
gesehen, dem schwindenden Sparpotenzial bei den direkten Reisekosten
entgegenzuwirken.
Mittelstand hat Blick für das Geschäftsreise-Management
geschärft
Kleine und mittelständische Unternehmen
sind sich der Einsparpotenziale eines professionellen Travel
Managements bewusst, allerdings gibt es in der Umsetzung gegenüber
großen Unternehmen noch einen deutlichen Nachholbedarf.
15 Prozent der Mittelständler haben noch immer keine Reiserichtlinien,
was eine effiziente Steuerung erschwert und Einsparpotenziale
verschenkt. Bei den Unternehmen mit niedrigem Reisevolumen sind
es sogar 35 Prozent. Jedes zweite mittelständische Unternehmen
erhält seine
Rechnung ausschließlich auf Papier und verzicht darauf,
durch den Einsatz von elektronischen Rechnungen die internen
Kosten bei der Abwicklung von Geschäftsreisen deutlich zu
senken.
Controlling dominiert das Travel Management
der Zukunft
Die Perspektiven für das Travel Management
sind klar: Wenn die Kosten reduziert werden sollen, müssen
Unternehmen ihre Controlling-Aktiviäten verstärken
und besser analysieren das sehen 81 Prozent der Befragten
so. Eine hochwertige Analyse verschafft ihnen eine bessere Ausgangsbasis
für die Verhandlungen der Firmentarife. Wenn auch die Auswertungsintensität
gegenüber dem Vorjahr mit 82 Prozent stabil geblieben ist,
belegen die Ergebnisse der Studie dennoch eine wachsende Professionalisierung:
Inzwischen verwenden 42 Prozent der Unternehmen spezielle Analysetools
(2005: 32 Prozent). Zum Vergleich: In Großunternehmen mit
einem hohen Reisevolumen liegt dieser Wert im Durchschnitt bei
57 Prozent. Dabei decken oft erst professionelle Reports die
Kostentreiber und Sparmöglichkeiten im Unternehmen wirklich
auf. Unsere aktuelle Studie belegt den internationalen
Trend zu fortschreitender Standardisierung und Professionalisierung
in allen Bereichen des Geschäftsreise- Managements. Dabei
spielt die Unternehmensgröße und das Herkunftsland
nur eine untergeordnete Rolle, so Patrick W. Diemer.
Die Studie
Auch in diesem Jahr wurde die Umfrage vom
internationalen Marktforschungsinstitut Ipsos Loyalty im Auftrag
von AirPlus durchgeführt. Befragt wurden insgesamt über
1000 repräsentativ ausgewählte Travelmanager aus 10
Ländern (Frankreich, Großbritannien, Deutschland,
Italien, Schweiz, Spanien, Niederlande, Österreich, Portugal
und den USA). Durch die Untergliederung in Firmen mit geringem,
mittlerem und hohem Reisevolumen zeigen sich auch Trends zwischen
den Unternehmensgrößen. Eine Management Summary der
Studie ist unter www.airplus.com
abrufbar.
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