Beteiligungsfonds als Ausweg aus der Kapitalfalle

Zum 10. Januar 2003 legt die Stuttgarter V & V Equity Management GmbH & Co. KG den geschlossenen Beteiligungsfonds V & V Mittelstand I auf, in den private und institutionelle Anleger ab einem Mindestbetrag von 20.000 Euro investieren können. Damit zeigt das Unternehmen dem Mittelstand einen Weg aus der durch Basel II entstandenen Kapitalfalle. Geplant sind Investitionen in etablierte, konservative Unternehmen aus dem (süddeutschen) Mittelstand. Das Fondsmanagement verfügt über 35 Jahre Erfahrung mit der Bewertung von Geschäftsmodellen mittelständischer Unternehmen.

Die wirtschaftliche Lage ist durchwachsen. Die große Zahl der Kreditverluste und die im Rahmen von Basel II gestiegenen Anforderungen an Risikobewertungen führen zu einer restriktiveren Kreditvergabe auf Seiten der Banken. Immer häufiger geraten daher mittelständische Unternehmen in Finanzierungsschwierigkeiten, obwohl sie regelmäßig ihren Zahlungsverpflichtungen nachgekommen sind.

Einen Weg aus der Kapitalfalle weist die V & V Equity Management. Mit V & V Mittelstand I legt das Unternehmen einen Beteiligungsfonds zur Finanzierung etablierter Unternehmen auf. Das geplante Gesamtvolumen des Fonds beträgt 20 Millionen Euro. V & V Equity Management will damit die Marktlücke bei Finanzierungsvolumina von bis zu 3 Millionen Euro schließen. V & V Mittelstand I hat eine Anlagedauer bis zum Jahr 2012 mit Verlängerungsoption bis zum Jahr 2014. Die Zielrendite aus Anlegersicht liegt bei ca. 8 bis 10 Prozent p.a. auf das investierte Kapital. Die Renditehürde (Hurdle Rate) beträgt 7 Prozent. Erst wenn die Anleger diese Rendite ausgezahlt bekommen, greift für den Initiator die erfolgsabhängige Vergütung.

V & V Mittelstand I ist eine konservative Anlageform. Daher werden keine Investments in Unternehmen aus den Branchen Biotechnologie, Informationstechnologie, Medizintechnik und Telekommunikation sowie in sehr junge Unternehmen getätigt. Dahinter steckt eine ganz einfache Philosophie: „Wir wollen, dass die Produkte mit normalem Menschenverstand einsichtig sind. Alles, was einem Laien nicht innerhalb einer Minute erklärt werden kann, kommt für eine Finanzierung durch uns nicht infrage“, so Gunter Vohrer, einer der geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens. Geplant ist die Konzentration auf (süddeutsche) mittelständische Unternehmer, die mit einem guten Produkt oder Service bereits auf dem Markt etabliert sind. Die Finanzierung soll hier nicht der Verlustdeckung, sondern wertsteigernden Investitionsvorhaben dienen.

Die Größe des Fonds ergibt sich laut V & V Equity Management aus der Größe der einzelnen Beteiligungen sowie der Tatsache, dass eine Streuung des Einzelrisikos nur ab einer Anzahl von mindestens zehn Beteiligungen erreicht werden kann. Als Investitionsvehikel ist für mindestens 70 Prozent des Investitionsvolumens die stille Beteiligung geplant. Der Vorteil für den Mittelständler besteht darin, dass eine stille Beteiligung keine formalen Besitzanteile am Unternehmen enthält und auch in der Bilanz separat ausgewiesen wird. Ein weiterer Vorteil liegt in der Auflösung der Beteiligung: Eine stille Beteiligung wird unter bestimmten Bedingungen fällig, die in einem Beteiligungsvertrag festgelegt werden. Die stille Beteiligung wird zum vereinbarten Rückzahlungsbetrag vom finanzierten Unternehmen abgelöst. Eine Absicherung der Beteiligungsrückzahlung kann über eine nachrangige Grundschuld, die Verpfändung von Patenten oder lang laufenden Kundenverträgen erreicht werden. Ein Totalausfall der Beteiligung ist somit weitgehend ausgeschlossen.

Tobias Wittich, neben Gunter und Gunnar Vohrer geschäftsführender Gesellschafter der V & V Equity Management: „Unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehen wir die Gefahr des Stillstands für den Wachstumsmotor Mittelstand. Gerade aus diesem Grund müssen mittelständische Unternehmen wie die VOHRER & VOHRER Unternehmensgruppe den Mut haben, das Problem anzupacken und etwas zu riskieren. Wir dürfen uns nicht auf andere verlassen, sondern müssen selbst aktiv werden, um die Probleme zu lösen. Genau das ist es, was wir mit der Gründung der V & V Equity Management getan haben.“

V & V Equity Management ist Teil der VOHRER & VOHRER Unternehmensgruppe. Die Gruppe beschäftigt sich bereits seit 35 Jahren mit der Bewertung von Risiken und den dazugehörigen Chancen. Entstanden ist so ein Netzwerk aus langjährigen Kontakten zu Anbietern verschiedenster Finanzierungsformen und aus vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen zu mittelständischen Unternehmen. Dieses Netzwerk garantiert eine Informationsgüte, die selbst Hausbanken nicht erreichen. Dadurch wird es möglich, Beteiligungen zu den günstigen Preisen des privaten Marktes einzugehen – ohne die Nachteile versteckter Informationen in Kauf nehmen zu müssen.