Beteiligungskapital - die
"andere" Finanzspritze
Basel II zwingt viele
Mittelständler zur Suche nach Kredit-Alternativen
Die deutsche Wirtschaft ist geprägt
vom Mittelstand: Mehr als 99 Prozent aller Unternehmen sind mittelständisch,
69,3 Prozent aller Erwerbstätigen sind in diesen Unternehmen
beschäftigt. Die meisten Kleinunternehmer und Mittelständler
müssen in den nächsten Jahren viel Kapital aufbringen
und investieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Ein großes Hindernis dabei können die Auswirkungen
des Basel-II- Abkommens sein, das die Banken zwingt, ab 2006
riskante Kredite mit mehr Eigenfinanzierung abzusichern. Schätzungen
zufolge droht dann jedem vierten Mittelständler der Konkurs,
wenn nicht andere Möglichkeiten der Finanzierung ausgeschöpft
werden. Eine dieser Möglichkeiten ist die Beteiligungsfinanzierung.
Alternativen zum Hausbankkredit
suchen
Der Kredit der Hausbank wird für
Mittelständler in den nächsten Jahren immer mehr an
Bedeutung verlieren. Besonders für Unternehmen, denen es
an Eigenkapital und verfügbaren Sicherheiten mangelt, wird
es in Zukunft nicht mehr so leicht sein, einen Investitionskredit
bei der Hausbank zu bekommen. Die Kreditvergabepraxis der Banken
wird schon jetzt immer restriktiver. Grund dafür ist das
Basel-II-Abkommen, das die Kreditvergabe an das individuelle
Risiko koppelt, diesen Kredit auch fristgerecht zurückzahlen
zu können und umfangreiche Ratings zur Einschätzung
des Kreditnehmers verlangt. Kleine und mittelständische
Unternehmen müssen daher Finanzierungs- alternativen mehr
Aufmerksamkeit schenken als bisher. Zu solchen Finanzierungsmöglichkeiten
zählt der Ver- oder Zukauf von Unternehmensteilen ebenso
wie Leasing, das wesentlich zur Erhöhung der Liquidität
eines Unternehmens beitragen kann. Auch Factoring, das ist die
Veräußerung von laufenden Forderungen an ein anderes
(z.B. Inkasso-) Unternehmen, Forfaitierung, Kundenanzahlungen
und Lieferantenkredite kommen als Möglichkeiten zur Finanzmittelbeschaffung
in Betracht. Eine echte Alternative zum Kredit allerdings ist
für viele Unternehmen Beteiligungskapital (Private Equity).
Beteiligungsfinanzierung - Für
wen kommt sie in Frage?
Unter einer Beteiligungsfinanzierung
versteht man eine zeitlich befristete Bereitstellung von Eigenkapital
(auch Risiko- oder Wagniskapital genannt) an Unternehmen durch
vermögende Privatpersonen oder Beteiligungsgesellschaften.
Eine Beteiligungsfinanzierung ist vor allem für solche Unternehmen
sinnvoll, die bereits verschuldet sind oder wegen ihres zu geringen
Eigenkapitals keine weitere Finanzspritze durch ihre Bank erwarten
können. Im Gegensatz zum Bankkredit müssen Unternehmen
für Beteiligungskapital keine Sicherheiten bieten - allerdings
geht im Gegenzug für das Geld ein Anteil des Unternehmens
in die Hände des Kapitalgebers - und damit auch Mitspracherechte.
Üblicherweise werden Minderheitsbeteili- gungen eingegangen,
um sicherzustellen, dass das operative Geschäft beim Unternehmer
bleibt. Das stellt zugleich den großen Nachteil der Beteiligungsfinanzierung
dar: Viele Unternehmer sind nicht gewillt, andere Personen mitreden
zu lassen, wenn es um ihre Firma geht. Die Firma ist nicht nur
Beruf, sondern auch Lebensinhalt, und daraus resultiert die verständliche
Angst, externe Gesellschafter offen in die Bücher schauen
zu lassen. Dem stehen aber auch entscheidende Vorteile gegenüber:
Durch dieses Quasi-Eigenkapital erhöht sich die Haftungsbasis
und die Bonität des Unternehmens, die Eigenkapitalquote
wird erhöht und fließt als Pluspunkt in das Rating
zur Kreditvergabe ein. Ein weiteres Plus: Das mittelständische
Unternehmen wird in der Regel durch die Manager der Beteiligungsgesellschaft
in strategischen und finanzwirtschaftlichen Fragen unterstützt,
da es schließlich in deren Interesse liegt, Gewinne zu
erwirtschaften, um den Wert des Unternehmens für den späteren
Verkauf der Anteile zu steigern.
Ob von Seiten des Kapitalgebers überhaupt
eine Beteiligung eingegangen wird, hängt im wesentlichen
von den Wachstumsaussichten des Unternehmens ab: Einerseits muss
das Unternehmen Produkte herstellen, die erste Markterfolge nachweisen
können und deren Markt auch in Zukunft wachsen wird. Andererseits
sollte das Unternehmen nicht massiv überschuldet sein.
So funktioniert eine Beteiligungsfinanzierung
Haben sich Unternehmer und Kapitalgeber
gefunden, findet zunächst einmal eine Unternehmensanalyse
statt: In der Regel erstellt das Unternehmen, das fremdes Kapital
braucht, einen Businessplan, mit dem es sich bewirbt.
Finanzielle Eckdaten, die Marktlage, künftige Ertragserwartungen
und ähnliches werden offen gelegt. Übersteht ein Mittelständler
diese erste grobe Prüfung, folgt die so genannte Feinprüfung.
Darin werden zahlreiche Kriterien abgefragt, z.B. ob die Beteiligung
für den Kapitalgeber profitabel ist oder nicht, wie Unternehmens-
rentabilität, -Entwicklung und Zukunftsperspektiven von
Unternehmen und Produkt im einzelnen aussehen. Anschließend
wird ein Termsheet erarbeitet, eine Absichtserklärung (Letter
of Intent) von Seiten des Kapitalgebers. Darin finden sich u.a.
Unternehmensbewertung, die Regeln der Zusammenarbeit, Haftungsübernahme
und ein Zeitplan.
Der letzte Schritt, der Due Diligence
Prozess schließlich, bildet die Abschlussprüfung der
Verhandlungen zwischen Kapitalgeber und nehmer: Hier stehen
alle Zahlen und Berechnungen fest, werden nochmals durchgegangen
und gehen schließlich in den Beteiligungsvertrag ein. Dieser
regelt die Rechte des neuen Gesellschafters und die Dauer der
Beteiligung.
Professionelle Hilfe bei der
Suche nach Kapitalgebern
Sich selbst neue Finanzierungsquellen
in Form von Beteiligungs- kapital zu erschließen, dazu
sind viele kleinere Unternehmen selbst gar nicht in der Lage,
denn es fehlt ihnen an qualifiziertem Personal und der nötigen
Expertise. Die meisten mittelständischen Entscheider schenken
- durch die Beanspruchung im operativen Geschäft - den Bereichen
Controlling und Finanzierung nur geringe Beachtung. Hinzu kommt,
dass der Markt der Finanzierungsmöglichkeiten sehr unübersichtlich
ist und viele Chefs in kleinen Unternehmen nicht die Zeit haben,
um sich um solche strategischen Fragen zu kümmern. Viele
Mittelständler brauchen daher professionelle Unterstützung
beim Aufbau einer Grundstruktur zur Sicherung zukünftiger
Finanzierungen. Helfen dabei können Unternehmensberatungen,
die sich auf Corporate Finance spezialisiert haben. Marktführer
ist das Münchner Unternehmen Blue CF GmbH, ein unabhängiges
Beratungsunternehmen für Corporate Finance, das seine Mandanten
auf dem gesamten Prozess begleitet: Es sucht nach Kapitalgebern,
entwickelt strategische Partnerschaften für kleine und mittelständische
Unternehmen und hat sich auf die Entwicklung und Umsetzung von
M & A Strategien spezialisiert. Blue CF wurde im Jahr 2001
gegründet und hat sich rasch auf dem Markt etabliert. Die
Firma betreibt an den Standorten München und Leipzig zwei
Büros in Deutschland, eines in Zürich sowie eines in
London. Das Unternehmen legt seinen Branchenschwerpunkt auf kleine
und mittelständische Unternehmen der Bereiche Finanzdienstleistungen,
Software und Informationstechnologien, Internetlösungen
sowie technikaffine Service- und Contentanbieter. |