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Kreditbedingungen
hemmen den Mittelstand
Zu der Behauptung des Bundesverbandes
Deutscher Banken 'Von einer Kreditklemme kann nicht gesprochen
werden', die wieder einmal von der Arroganz und Borniertheit
der Großbanken zeugt, die nichts anderes können als
Jobs abzubauen und deshalb im internationalen Wettbewerb auch
katastrophal dastehen, erklärt der stellvertretende Vorsitzende
der SPD- Bundestagsfraktion, Ludwig Stiegler:
"Die wirtschaftliche
Entwicklung der kleinen und mittleren Unternehmen ist nach wie
vor durch die Kreditbedingungen der privaten Banken gebremst.
Die grossen Privatbanken haben den Mittelstand in schwierigen
Zeiten verlassen und sind auch heute kaum bereit, gegenüber
dem Mittelstand ins Risiko zu gehen. Wenn wir die Sparkassen
und die Genossenschaftsbanken nicht hätten, wäre der
deutsche Mittelstand schon flächendeckend ruiniert. Es ist
grotesk, den Rückgang der Kredite auf mangelnde Nachfrage
zurückzuführen. Wer mit Mittelständlern redet,
hört täglich von der Abweisung von Kreditwünschen.
Gerade die privaten Banken haben, nachdem sie sich an der Börsenblase
verspekuliert haben, die kleinen und mittleren Unternehmen mit
kaum mehr vertretbaren Kredit- und Sicherheitskonditionen abgewiesen.
Die Rating-Verfahren, die über Nacht die Risiko- sensibilitaet
gesteigert haben, tun ihr übriges. Vor diesem Hintergrund
wäre es eine Katastrophe für den deutschen Mittelstand,
wenn die Sparkassen und die Genossenschaften den Grossbanken
und den Kapitalmaerkten geöffnet würden. Sparkassen
und Genossenschaftsbanken sind Stakeholder- value-Banken, die
auch regionale Verantwortung spüren. Die privaten Banken
sind überwiegend Ackermann-Banken, die nur dem Shareholdervalue
verpflichtet sind und deshalb schon strukturell einer gesellschaftlichen
Verantwortung nicht mehr gerecht werden können. Vor diesem
Hintergrund gilt es alles zu tun, die zweite und dritte Säule
unseres Bankensystems intakt zu halten."
Man kann nicht behaupten,
dass sonst - die Wirtschaft betreffend - viel sinnvolles aus
der SPD- Fraktion kommt, aber hier muß wohl jeder Mittelständler
Herrn Stiegler voll inhaltlich zustimmen. Das Problem ist nur,
dass man keine Konsequenzen daraus zieht. So lehnt der Wirtschaftsminister
immer wieder die Forderung ab für Kredite der Mittelstandsbank
des Bundes das Hausbankprinzip abzuschaffen. Das heißt
wenn Ihre Hausbank einen Kredit für sie ablehnt, so erhalten
Sie auch nichts aus öffentlichen Fördertöpfen.
Und damit schafft sich die "Mittelstandsbank KfW" selber
ad absurdum. Weitere gute Pläne werden auch immer bewußt
an Bedingungen geknüpft, die unmöglich eintreten können.
Ein Finanzierungsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen
sollte aus den Geldern gespeist werden, die beim Wegfall der
Eigenheimzulage eingespart würden, wohl wissend, dass der
Bundesrat der Abschaffung der Eigenheimzulage nie zustimmen würde.
Hier wird klar, dass vom Wirtschaftsministerium kleinere und
mittlere Unternehmen vorsätzlich und bewußt vor die
Wand gefahren werden. An der Rettung des Mittelstandes hat die
Regierung keinerlei Interesse, da es kaum schlagzeilenträchtig
ist. Und somit wird klar, dass den in der Sache so wahren Worten
von Herrn Stiegler nur Demagogie und Bankenhetze sowie Schlagzeilengier
zu Grunde liegen kann, nicht aber die Wahrung der Interessen
des Mittelstandes. |