Wege aus der Krise
Anforderungen an modernes Krisenmanagement

Gerät eine Firma in Schieflage, zeichnen sich viele Unternehmer zunächst dadurch aus, dass sie dann erst Recht neben dem normalen Tagesgeschäft sämtliche persönlichen und unternehmerischen Ressourcen freilegen. Dies in der Annahme, dass ihr Unternehmen, resp. ihr Lebenswerk allein durch die eigenen Stärken zu retten ist. Dieser Umstand ist oftmals zutreffend und nur dem Unternehmergeist zu verdanken; anderenfalls wäre die Pleitewelle hierzulande noch erdrückender.

Andererseits tritt vielfach eine fatale subjektive Wahrnehmungs- trübung ein; der Unternehmer verfällt in Aktionismus um den GAV (Größter Anzunehmender Verdienstausfall; Anm. d. Verfassers), d.h., die bereits lange zuvor unterbewusst bemerkte Gefahr des Bankrotts, abzuwenden. Gedanken der Hoffnung, meistens jedoch ohne strategische Überlegungen, gewinnen die Oberhand . Hauptsache ist, es wird etwas getan. Physische und psychische Leistungsgrenzen werden ohne Rücksicht überschritten - Signale des zusätzlich drohenden persönlichen Ausbrennens werden nicht mehr realisiert. Der Unternehmer unterliegt dem Irrglauben, dass sich durch erhöhten persönlichen Einsatz grundsätzliche Fehler beheben lassen.

Nahezu immer wird das persönliche soziale Umfeld als eine der wichtigsten Stützen, auch noch in Mitleidenschaft gezogen und oft letztendlich entzogen.

Spätestens jetzt ist in diesem unternehmerischen Spiralnebel Hilfe von Außen angesagt: Der Geldgeber hat nämlich keine Wahrnehmungstrübung; er urteilt nach Zahlen und Fakten, zuerst in Anbetracht des Kontostandes. I.d.R. empfiehlt er einen Berater, welcher den Unternehmer objektiv beraten soll, um die subjektiven Interessen des Geldgebers zu wahren. Hier wird analysiert, beraten, Zahlen und Daten zusammengestellt, neue Finanzierungs- konzepte kreiert, Personalstrukturen verändert. Heraus kommt ein Bericht, der für den betroffenen Firmeninhaber hilfreich sein mag, jedenfalls aber dem Geldgeber Nutzen bringt. Liest der Unternehmer seinen für ihn bestimmten Bericht?

Dass der Unternehmer selbst jedoch zur Reizreaktionsmaschine für Geldgeber und Kunden bzw. Lieferanten geworden ist, nimmt er in dieser Situation nur sehr bedingt wahr. Zusätzliche finanzielle Mittel verschaffen zunächst etwas Luft, jedoch keine Erfolgs- garantie. Neben der finanziellen Neuausstattung fehlt die detail- lierte, langfristige strategische Neuausrichtung in nahezu allen Abschlußberichten der Berater.

Warum? Die Antwort ist so einfach wie einleuchtend: Der Mensch selbst, das größte Kapital eines Unternehmens, wird völlig vernachlässigt. Dies bezieht sich nicht nur auf den Unternehmer selbst sondern auch auf seine Arbeitnehmer/-innen.

Hier greift das Neue Krisenmanagement: In Ergänzung zu den bisher üblichen, durchaus sinnvollen Beratungsschemen wird das Unternehmen über einen längeren Zeitraum hinweg begleitet. Um die im Rahmen der Neu- oder Umstrukturierung notwendigen Veränderungsleistungen zu initiieren und nachhaltig zu verankern ist diese Prozessbegleitung erstens unabdingbar und zweitens im Interesse aller Beteiligten. Diese Vorgehensweise entlastet den Unternehmer um ihm die Möglichkeit einzuräumen, sich wieder als Unternehmer zu betätigen.

Im persönlichen Unternehmer-Training werden Zieldefinitionen neu verankert. Zeit- und Projektmanagement öffnen zusätzliche Zeitfenster; diese wiederum ermöglichen die intensive Arbeit in den Bereichen Finanzierung, Marketing, Personalmanagement, Controlling, Qualitäts- und Ökologiemanagement, Materialwirt- schaft, Vertriebsaufbau und Kooperation.

Nicht nur der Unternehmer selbst, sondern auch seine Mitarbeit- er/-innen werden in regelmäßigen Meetings geschult und trainiert mit dem Ziel der fachlichen Qualifizierung, Steigerung der Eigenmotivation und Optimierung der Kommunikation auf allen Ebenen. In- und externe Verfahrensabläufe werden präzisiert, standardisiert, und Kompetenzrahmen klar abgesteckt. Exakt umrissene Verantwortungsbereiche führen zu einer Verkürzung der Entscheidungswege und zufriedeneren Kunden.

Corporate Identity, Design, Culture, Philosophy und Communi- cations sind dann keine Zauberworte mehr, sondern werden von Chef und Mitarbeiter/-innen mit Leben erfüllt. Zu diesem Gesamtpaket gehört nicht zuletzt die Erstellung und Pflege einer eigenen Website.

Nur durch einen langfristig assistierenden Berater ist dieser komplexe Gesamtvorgang durchführbar, mit der Zielsetzung einer erfolgreichen Neuorientierung und nachhaltiger Existenzsiche- rung.

Dietrich Theile - die-info-profis.de