Wie komme ich als Unternehmer an mein Geld?

Aufgrund der bevorstehenden Einführung von Rating und Basel II bei den Banken und Sparkassen weicht eine Anzahl von Unternehmen aus und treibt die Erhöhung ihrer Lieferanten- verbindlichkeiten systematisch voran. Vorsicht ist hier angesagt!

Über 11.000 Unternehmen gingen im vergangenen Jahr Pleite, die Banken scheuen vor faulen Krediten zurück. Schlechte Zeiten für Unternehmer, die Geld brauchen. Deshalb weicht eine Anzahl von Unternehmen aus und treibt die Erhöhung ihrer Lieferanten- verbindlichkeiten systematisch voran.

An Kredite zu kommen, wird selbst für gesunde Unternehmen immer schwieriger. Sie müssen sich einem gründlichen Beurteilungsverfahren unterziehen – dem „BankRating“, ohne dass bei den Kreditinstituten kaum noch etwas geht. Und das bringt gerade mittlere und kleinere Betriebe an den Rand der Krise. Notgedrungen weicht daher eine Anzahl von Unternehmen aus und treibt die Erhöhung ihrer Lieferantenverbindlichkeiten systematisch voran. Erstens ist das günstiger und zweitens unterliegen diese Verbindlichkeiten nicht den strengen Auflagen der Kreditwirtschaft. Aufpassen ist also angesagt!

Nikolaus Böhle, von der IHK zertifizierter Rating–Advisor: „Wenn der Chef bis über die Ohren in der Arbeit steckt, kümmert er sich nicht ausreichend um seine Außenstände“, sagt er, „dabei ist die Liquidität für das Unternehmen das A & O. Sie hat Priorität vor Rentabilität.“ Deshalb sollte das Forderungsmanagement noch stärker von den Unternehmern beachtet werden, damit sie nicht Opfer eines Forderungsausfalles werden. So stellen sich folgende Fragen:

  • Kennen sie eigentlich ihre Kunden richtig und vor allem deren Zahlungsverhalten?
  • Nehmen sie eine Bonitätsbeurteilung vor?
  • Wie sieht die Forderungsstruktur des Unternehmens aus?
  • Wer ist für das Zahlungswesen im Unternehmen zuständig?

Als Krisenmanager hat Böhle eine Menge von Problemen – gerade in diesem Bereich – gesehen. Eine gut geführte Buchhaltung ist zwar unerlässlich, aber nicht allein ausschlaggebend. „Wichtig ist es vor allem, dass der Unternehmer mit dem säumigen Zahler in Kontakt bleibt. Da ist auch eine Menge Psychologie gefragt“.