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Kleinunternehmen mit 10-49
Beschäftigten (knapp 350 Tausend oder 10 Prozent der Unternehmen)
nutzen E-Business-Technologien schon aktiver. Je nach Produktportfolio
werden beispielsweise einfache EDI-Lösungen eingesetzt oder
kompakte Warenwirtschafts- oder Büroautomatisierungs- systeme.
Die Unternehmen sind aber in der Regel zu klein, um sich eigene
IT-Fachkräfte leisten zu können. Oberstes Gebot für
jede Art von IT-Lösungen ist also, dass ein System nach
der Installation soweit wie möglich wartungsfrei läuft
und einfach zu bedienen ist.
Die nächste Gruppe der mittleren Unternehmen (50-249 Beschäftigte),
die mit knapp 44 Tausend etwas mehr als ein Prozent der Unternehmen
stellt, nutzt auch schon verstärkt Supply-Chain-Integration
und andere komplexere IT-Lösungen. Diese Unternehmen lassen
auch gelegentlich größere IT-Projekte umsetzen. Zwar
sind die Projekte meist nicht so groß wie bei den Großunternehmen,
können aber für die Anbieter finanziell durchaus interessant
sein.
Außerhalb der KMU-Definition finden sich schließlich
noch etwa 13 Tausend Unternehmen, die nicht mehr richtig mittelständisch
sind, aber auch noch nicht zu den "Top 500" der deutschen
Unternehmen zählen. Dieser "gehobene Mittelstand"
ähnelt einerseits Großunternehmen, weil die zu lösenden
IT- und E-Business-Probleme häufig komplexer Natur sind.
Er ähnelt aber auch kleineren Unternehmen, weil die Entscheidungswege
häufig kürzer sind und der unmittelbare Nutzen einer
IT-Investition offensichtlicher sein muss.
Für Anbieter von E-Business-Lösungen, die bislang hauptsächlich
auf Großunternehmen fokussiert waren, ist diese Gruppe
des gehobenen Mittelstandes noch am ehesten eine geeignete Zielgruppe.
Aber auch für diese Zielgruppe müssen die Anbieter
ihre Vertriebsstrukturen anpassen, da statt weniger großer
viele kleinere Lösungen verkauft werden müssen, was
im Detail nicht einfach ist.
Die Gruppe der mittlere Unternehmen dagegen ist sehr viel schwieriger
zu erreichen, von den kleineren Unternehmen ganz abgesehen. Viele
für Großkunden interessante Lösungen lohnen sich
für diese Unternehmen nicht, weil sie noch zu komplex und
teuer in Anschaffung und Wartung sind. Das Geschäft muss
also wesentlich standardisierter ablaufen, sowohl im Hinblick
auf die Produkte als auch im Hinblick auf den Vertrieb. Andere,
auf KMUs und Privatkunden spezialisierte Unternehmen beherrschen
dieses standardisierte Geschäft meist besser.
Wer auch immer das Rennen um den neu entdeckten Mittelstand machen
wird, eins ist sicher: Der erfolgreiche Verkauf an den Mittelstand
erfordert einfach zu benutzende und preiswerte Lösungen.
Und darauf freuen wir uns jetzt schon.
(Dr. Thorsten Wichmann,
tw@berlecon.de)
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