Kleine Unternehmen pfeifen
auf Datenschutz
Informationsstand
der Mitarbeiter über Sicherheitsrisiken sinkt
17.05.2006 - Mit beunruhigenden
Zahlen über die Datenschutz-Lage in Klein- und Mittelständischen
Unternehmen (KMU) wartet der Internetsicherheits-Spezialist Check
Point Software in
seinem aktuellen Sicherheitsindex auf. Demnach verzichtet fast
die Hälfte der Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen
101 und 250 auf einen eigenen Datenschutz-Beauftragten.
Auch die Datensicherung nimmt
ein Großteil der Unternehmen scheinbar nicht ausreichend
ernst. Nur 60 Prozent der Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern
sichern ihre Daten regelmäßig und ausreichend. In
kleineren Betrieben tun das sogar nur 40 Prozent. Auf die Frage,
ob die Funktionsfähigkeit der Datensicherung regelmäßig
geprüft werde, antworteten 24 Prozent mit Nein, 17 Prozent
konnten die Frage erst gar nicht beantworten.
Laut der Check-Point-Befragung,
an der bis Ende März mehr als 4.000 Unternehmen teilgenommen
haben, verschlechtert sich auch der Informationsstand der Mitarbeiter.
Mit knapp 40 Prozent räumten noch mehr Unternehmen als im
Vorjahr (32 Prozent) ein, ihre Mitarbeiter nicht ausreichend
über Sicherheitsrisiken und deren Vermeidung informiert
zu haben. Nur 22 Prozent der befragten Unternehmen ließen
ihre Mitarbeiter einen Leitfaden zur IT-Sicherheit unterschreiben
und wollen diese gegebenenfalls zur Rechenschaft ziehen.
Dabei ist das Feld der Bedrohungen
recht weit und reicht von zerstörter Infrastruktur über
ungeschützte Veröffentlichung sensibler Daten. Jedes
Unternehmen sollte deshalb eine Risikoanalyse durchführen.
Dann könnten die eingeleiteten Maßnahmen durchaus
kostengünstig zu einem adäquaten Sicherheitsschutz
führen.
Während die meisten großen
Unternehmen auch wegen der strengen Gesetzgebung den Datenschutz
bereits zur Chefsache erklärt haben, steht dieser Punkt
bei kleineren Unternehmen nach Expertenmeinung oft noch außen
vor. Das hänge sowohl mit mangelnder Kenntnis der Problematik
als auch mit fehlenden finanziellen Ressourcen zusammen.
Massive Probleme im Umgang
mit personenbezogenen Daten hat der Branchenverband
Bitkom geortet. Demnach
verstößt
jedes fünfte deutsche Unternehmen gegen das Datenschutzgesetz. Dabei kann der allzu sorglose Umgang
mit den Daten schwerwiegende Folgen haben. "Eine Datenübermittlung,
die den gesetzlichen Voraussetzungen widerspricht, kann als Ordnungswidrigkeit
oder Strafbestand mit Bußgeldern oder sogar mit Freiheitsstrafen
geahndet werden", warnt Datenschutz-Experte Kai Kuhlmann.
(pte)
 |