Hype um Linux überzogen
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Trotz Linux-Hype bisher
wenig Investitionen in Open Source
(uvn - 10.10.03)
- Nach Meinung von Mummert
Consulting sei der Hype um Open-Source-Betriebssysteme deutlich
überzogen. Dies habe eine Studie im Auftrag von Informationsweek
ergeben. Trotz vieler Vorteile würden sich offene Betriebssysteme
wie Linux in den kommenden Jahren nur langsam durchsetzen. Der
Grund sei, daß IT-Verantwortliche in Deutschland hier nur
eine geringe Investitionsbereitschaft zeigten. Zwar wollen 13,9
Prozent der Unternehmen auf jeden Fall in Open Source investieren.
Gut jeder dritte Verantwortliche sage jedoch gleichzeitig, dass
er sicher nicht investieren werde. Bei den Top 10 der IT-Investitionen
in diesem Jahr stehe Open Source abgeschlagen auf Platz neun.
Nach Ansicht der Consultants,
die sich ja bekanntlich nie irren, sei der viel beschworene Linux-Hype
nichts als eine Seifenblase, wenn man die Investitionspläne
der Unternehmen zugrunde lege. Ein Problem für Linux sei
dabei, daß es vergleichsweise selten parallel zum verbreiteten
Windows NT 4.0 eingesetzt werde. Mehr als die Hälfte der
Unternehmen, die Windows NT 4.0 einsetzen, nutzen parallel dazu
auch Windows 2000. Weitere 14,3 Prozent nutzen andere Windows-Systeme
(XP, 95, 98, Me). Doch nur 11,6 Prozent verwenden gleichzeitig
Linux. Somit haben der Pinguin Tux und andere Open-Source-Systeme
oft nur dann Chancen, wenn eine komplette Umstellung des Betriebssystems
erwogen wird.
Doch auch bei wechselwilligen
IT-Verantwortlichen stehe Linux auf der Investitionsliste zurzeit
noch weit hinten. 54,2 Prozent der Unternehmen wollen im kommenden
Jahr sicher oder vielleicht auf andere Betriebssysteme umsteigen.
Von diesen Wechselwilligen gaben nur 6,4 Prozent an, sowohl client-
als auch serverseitig auf Linux umstellen zu wollen. Zum Vergleich:
52,9 Prozent würden Windows 2000 wählen, 49,3 Prozent
Windows Server 2003 (Mehrfachnennungen möglich). Lediglich
gegen die alten, noch auf Microsoft DOS basierenden Betriebssysteme
Windows 95, 98 und Me kann sich Linux behaupten. Das neuere Windows
XP liegt jedoch mit 10,7 Prozent wieder deutlich vor Linux. Ein
erheblicher Zuwachs der Linux-Installationen wird jedoch im Bereich
der Server erwartet.
Auch der Fachhandel habe
bisher keine nennenswerte Nachfrage nach Open- Source-Software
registriert. Fast drei Viertel (73,1 Prozent) der Fachhändler
gäben an, dass diese Produkte in bisherigen Projekten keine
nennenswerte Rolle gespielt hätten. Bis 2006 erwarteten
34,5 Prozent eine große Nachfrage nach Linux-Produkten.
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