Firmenimage entscheidend
für Unternehmenserfolg
Bei Mittelständlern
gibt es Defizite
Im Unterschied zu Großunternehmen
haben Mittelständler oft ein Defizit bei der Unternehmens-Strategie.
Zwar unterliegen auch Konzerne strategischen Fehleinschätzungen,
doch im Gegensatz zu kleinen und mittleren Firmen können
sie diese finanziell kompensieren. "Für ein mittelständisches
Unternehmen sind hingegen strategische Fehleinschätzungen
meist gleichbedeutend mit seinem Ende", sagt Arnold Weissmann,
Professor für Betriebswirtschaft an der Fachhochschule
Regensburg und Inhaber
des Beratungsunternehmens Weissmann & Cie. Der Berater, der
selbst über Erfahrung als mittelständischer Unternehmer
verfügt, hält es für wichtig, dass auch Mittelständler
ein eigenes Unternehmensleitbild entwickeln. Denn in den schnelllebigen
und stagnierenden Märkten von heute böten Leitbilder
die Chance, sich im Wettbewerb von anderen zu differenzieren.
Das Leitbild umschreibe Unternehmenszweck
und -ziele sowie Verhaltensgrundsätze nach innen und außen.
Es schaffe die Verbindung der Vision mit dem operativen Tagesgeschäft.
Wichtig sei auch eine Strategie für die Unternehmenskommunikation,
da sie die Identität eines Unternehmens nach innen wie nach
außen übersetze. Ein Unternehmen wie Unilever gebe jährlich erhebliche Summen
für seine Imagewerbung insbesondere beim akademischen Nachwuchs
aus. Mittelständische Unternehmen würden hingegen immer
noch häufig verschmäht. Michael Müller, Geschäftsführer
der in Neuss und Potsdam ansässigen a & o-Gruppe bestätigt diese Einschätzung:
"Viele Mittelständler halten ein eigenes Unternehmensleitbild
und eine ausgereifte Unternehmenskommunikation für unwichtig.
Wer so vorgeht, kann keinen attraktiven Nachwuchs für das
eigene Unternehmen rekrutieren. Da der Kampf um die High Potentials
aber immer intensiver wird, sollten kleine und mittlere Unternehmen
alles tun, um sich ein attraktives Image zu erarbeiten. Sonst
stehen sie weiter in dem Ruf, konservativ geprägt zu sein,
schlechter zu zahlen und keine Aufstiegschancen zu bieten."
Dass das Image von entscheidender
Bedeutung ist, macht Weissmann mit Verweis auf das Beratungsunternehmen
McKinsey deutlich, dem ein ausgezeichneter
Ruf vorauseile. Doch könne keiner wirklich beurteilen, ob
dieser Ruf gerechtfertigt sei. Ähnlich sei es bei der Beurteilung
eines Versicherungsunternehmens. Eigentlich sei das erst möglich,
wenn der Schadensfall eintrete. Das Automobilunternehmen Audi habe 20 Jahre benötigt, um aus
einer "Blechschüssel ein Auto der Luxusklasse zu machen".
Heute verbinde man mit der Marke Audi automatisch den Slogan
"Vorsprung durch Technik", ohne diese Eigenschaften
überhaupt noch in Frage zu stellen.
"Eine kraftvolle Unternehmensvision
ist die Voraussetzung für jede erfolgreiche Unternehmensstrategie.
Als attraktives Bild einer möglichen Zukunft hat sie die
Aufgabe, die Mitarbeiter mit Stolz zu erfüllen und zu motivieren",
so Weissmann. "Eine gute Unternehmenskommunikation trägt
dazu bei, nach außen und innen ein positives Firmenimage
zu kreieren. Die Wirkungen dieses Instruments sind enorm und
tragen nachhaltig zum Unternehmenserfolg bei." (pte) |