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Insolvenz muss kein Todesurteil
sein
Der massive Anstieg der Firmenpleiten
- auf regelmäßig über 30.000 pro Jahr - sowie
die anhaltend kritischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben
die Diskussion über die Chancen der Insolvenz zur Sanierung
von Unternehmen angeheizt.
Was macht eine erfolgreiche
Insolvenzverwaltung aus? Zur Beantwortung dieser Frage hat die
Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner GmbH (W&P)
in Kooperation mit ausgewählten Insolvenzverwaltern 52 Insolvenzfälle
einer detaillierten Untersuchung unterzogen. Analysiert wurden
mittelständische Firmen unterschiedlicher Branchen. Dabei
lag das Augenmerk insbesondere auf der wirtschaftlichen Situation
der Unternehmen vor der Insolvenz und auf den Führungs-
und Gesellschafterstrukturen.
Die Berater stellen fest,
dass es insbesondere
- Handelsunternehmen (26 %)
sowie
- Elektronikanbieter/IT (23
%) und
- Maschinenbauer/Kfz-Zulieferer
(19 %)
sind, bei denen eine Sanierung
ohne Insolvenz nicht mehr möglich ist. Ursache für
die Insolvenz sind durchwegs
- nicht mehr finanzierbare
operative Verluste (73 %),
- in deren Folge die Banken
zusätzliche Mittel verweigern und die Kreditlinien kündigen
(53 %),
- wodurch der bestehende Finanzbedarf
nicht mehr gedeckt wird (41 %).
- Zusätzlich sind mit
65 % mehr als die Hälfte der Unternehmen überschuldet.
Unternehmen, bei denen die
Sanierung ohne Insolvenz scheitert, haben Probleme in ihrem Hauptgeschäftsfeld.
Sie haben zu wenig Wettbewerbsvorteile im Stammgeschäft,
sind Mitläufer statt Marktführer und verzeichnen Verluste
durch Preis- und Mengendruck. Stagnierende Märkte und Rezession
lösen dann die Insolvenz aus. Aufgrund der schlechten Wettbewerbsposition
gelingt nur eine primär finanzwirtschaftliche Sanierung
unter Einsatz bilanzieller Reserven, für grundsätzliche
Anpassungen fehlt die Kraft.
Vor diesem Hintergrund führen
dann
- Fehlentscheidungen von Gesellschaftern
(57 %) und
- Management (55 %) ins Aus,
wobei der Anteil
- insolventer Unternehmen ohne
Gesellschafterfehler mit
28 % deutlich höher liegt
- als der ohne Managementfehler
(2 %).
Unternehmen, die eine Krise
nachhaltig bewältigen, zeigen demgegenüber ein deutlich
anderes Profil:
- In ihrem Stammgeschäft
verfügen sie meistens über die Marktführschaft
(72 %),
- ihre Geschäftsaufstellung
ist deutlich breiter und sie sind Grenzanbieter in mindestens
einem Randgeschäft.
- Die Sanierung ist durch Konzentration
auf das gesunde Kerngeschäft erfolgreich.
- Verlustquellen können
geschlossen und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden.
Die komplette Studie finden Sie hier.
Insolvenzvermeidungsstrategien
und letzte Hilfe, falls es bereits fünf vor zwölf sein
sollte finden Sie hier.
Denken Sie daran, dass rein
statistisch das Insolvenzrisiko Ihrer Firma innerhalb von 10
Jahren bei 100 % liegt. Begehen Sie vor allem niemals den Fehler
alle Privatreserven in die Firma zu pumpen um diese zu retten.
Denn meistens geht das schief und dann dankt es Ihnen keiner
und dazu haben Sie keinerlei Rücklagen mehr für einen
Neuanfang. Also Gefühl (emotionale Bindung an die Firma)
aus- und Voraussicht/Planung = Gehirn einschalten. |