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Messestände und Bühnen
virtuell planen
11.1.03 - - Zeit ist Geld
- beim Bau von Messeständen ebenso wie bei Dekorationen
für Theater und Fernsehen. Immer noch zeichnen viele Designer
ihre Entwürfe auf Papier. »Kaum ein Kunde will jedoch
zugeben, dass er sich einen zweidimensional gezeichneten großen
Stand nicht richtig vorstellen kann«, ist die Erfahrung
von Peter Brüggemann, einer der Geschäftsführer
der Berliner Firma ideea Messe- und Dekorationsbau GmbH. »Also
folgt das böse Erwachen manchmal erst beim Aufbau kurz vor
Messebeginn.« Dasselbe gilt für die Arbeiten von Bühnenbildnern:
Erst wenn die fertige Kulisse steht, kann der Regisseur entscheiden,
ob alles seinen Vorstellungen entspricht - teure Umbauten sind
nie ausgeschlossen.
Um Entwürfe dreidimensional
präsentieren zu können, haben Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut
für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST in Berlin eine neue Technik entwickelt.
»Mit dem Virtual-Reality-System X-Rooms lassen sich
3-D-Modelle erstellen, skalieren und auf eine oder mehrere verschieden
große Leinwände projizieren«, erläutert
Bereichsleiter Herbert Rüsseler. »Der Clou ist: Was
bisher nur mit teuren Großrechnern möglich war, funktioniert
nun mit einfachen PCs. Daher ist unsere neue Technik auch für
Designbüros erschwinglich.«
Ideea nutzt das neue Verfahren
in einem firmeneigenen Showlab. Aus mehreren Ansichten, die mit
einem gewöhnlichen Zeichenprogramm erstellt wurden, berechnet
das System den räumlichen Aufbau und projiziert die Teilansichten
für beide Augen auf die Leinwand. Dank einer speziellen
Brille erlebt der Kunde den virtuellen Stand in 3-D und kann
sich mithilfe eines Joysticks darin bewegen. Seine Änderungswünsche
lassen sich schnell einarbeiten. Viele Kunden überzeugte
die Technik bereits. Der Chefdesigner von Samsung etwa sagte
beim ersten Besuch seines realen Messestands: »Ich bin
nicht überrascht davon - ich kenne ihn bereits, denn ich
war ja schon hier.«
Auch das Theater profitiert
von der neuen Technik, denn Inszenierungen lassen sich bald leichter
und schneller planen. »Wir arbeiten an interaktiven Eingabegeräten,
mit denen sich Bühnenentwürfe schnell und einfach virtuell
umsetzen lassen«, verrät Rüsseler. »Das
automatische Zusammenschalten von mehreren Projektoren erlaubt
die Darstellung großer Bühnenbilder.« Mit den
digitalisierten Bewegungen der Schauspieler im Raum könnten
virtuelle Theateraufführungen gestaltet und ganz neu erlebt
werden.
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