Unternehmen interessieren
sich
zu wenig für ihre Kunden
Nur jedes achte Unternehmen
ermittelt regelmässig die Zufriedenheit und die Service-Hotline
dient meist nur der Verkaufsförderung und nicht der Kundenbetreuung
(28.03.2002) Nur jedes
achte deutsche Unternehmen interessiert sich bisher dafür,
was die Kunden über sie denken. Einer aktuellen Erhebung
des Softwarehauses infor business solutions AG zufolge gehen
lediglich 12 Prozent der Firmen aktiv auf ihre Kundschaft zu
und führen regelmässige Analysen zur Kundenzufriedenheit
durch. Aber auch Kontaktwünsche aus dem Markt werden noch
weitgehend abgeblockt. So bieten erst 28 Prozent der Unternehmen
eine professionell besetzte Service-Hotline für (Informations-)
Anfragen, Reklamationsbearbeitung und Beschwerden an. In den
meisten Fällen haben diese Serviceangebote jedoch eine vertriebliche
Funktion zur Verkaufsförderung und verfolgen weniger das
Ziel der Kundenbetreuung.
Allerdings gehen mehr als
zwei Drittel der 711 befragten Mittelstands- und Grossunternehmen
aus allen Branchen davon aus, dass sich genauere Kenntnisse über
die Käufer positiv auf ihren Geschäftserfolg auswirken
würden. Aus diesem Grund wollen sich 56 Prozent der Firmen
in den nächsten zwei Jahren mit neuen Initiativen stärker
dem Kundenmanagement widmen.
"Punktuelle und subjektive
Einschätzungen haben eigentlich noch nie ausgereicht, um
sich auf die Gefühlslage und das Entscheidungsverhalten
der Kunden einstellen zu können", urteilt Prof. Dr.
Joachim Hertel, Vorstandssprecher der infor AG. Allerdings hätten
bis vor wenigen Jahren die Werkzeuge für ein systematisches
und gleichzeitig wirtschaftliches Kundenmanagement gefehlt, wodurch
es zwangsläufig zu erheblichen Wissensdefiziten über
die Kunden gekommen sei. "Aufgrund der heute angebotenen
Lösungen für das Customer-Relationship-Management stehen
den Unternehmen nun jedoch vergleichsweise einfach nutzbare Werkzeuge
zur Verfügung, so dass deutlich bessere Voraussetzungen
für eine aktive Kundenorientierung geschaffen werden."
Prof. Hertel warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen: "Selbst
eine optimale Software für das Kundenmanagement bleibt für
beide Seiten ohne spürbaren Nutzen, solange die Servicementalitaet
nicht ebenfalls ein hohes Niveau zeigt."
Einige Ergebnisse der Untersuchung
finden Sie auf der Folgeseite.
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