Mittelstandsportal - Organisation

Digitale Leibesvisitation am Arbeitsplatz
Späher-Tools analysieren Mitarbeiter

(01.2.04) - Vier von fünf amerikanischen Firmen überwachen nach einer aktuellen Studie ihre Mitarbeiter übers PC-Netzwerk. Und auch in Deutschland sind – obwohl illegal – zunehmend effektive Überwachungs-Programme im Einsatz.

So ermöglichen es die Tools u.a. zu ermitteln,

  • wann Mitarbeiter anfangen zu arbeiten,
  • wie oft Sie private E-Mails an Freunde schreiben,
  • wann Sie zum Vergnügen im Web surfen und
  • welche Seiten Sie dabei besuchen.

Spionage-Tools können jeden PC-Arbeiter zum gläsernen Menschen machen. Die effektive Arbeitszeit errechnet die Software nebenbei gleich mit. Die Überwachungsmöglichkeiten sind dabei vielfältig: So laufen in Netzwerken Seitenanfragen im Internet oft über einen so genannten Proxy-Server und werden protokolliert, sind also für einen Überwacher problemlos einsehbar.

Offene Briefe sind auch alle Mails – zumindest wenn sie über einen firmeneigenen Mail-Server laufen. Denn dort kann der Administrator des Unternehmens im Ernstfall alle versandten und empfangenen Nachrichten im Klartext lesen. Zwar kann sich der Mitarbeiter hiergegen "schützen", z.B. durch die kostenlose Verschlüsselungs-Software „Pretty Good Privacy“. Aber dabei wird nur der Inhalt der Mails verschlüsselt. Die Adresse des Empfängers bleibt sichtbar.

Während Sie die E-Mail-Überwachung ggfs. legal durchführen können, insbesondere wenn Sie den Mitarbeitern private E-Mail und ggfs. private Internetnutzung am Arbeitsplatz untersagen, ist der Einsatz von Spionage-Software wie z.B. „Boss Everyware“, „007-Starr“ oder „Spy Agent“ grundsätzlich illegal. Diese sogenannten Arbeitsplatz-Spione werden in der Regel vom System-Administrator unbemerkt im Firmen-Netzwerk installiert und erscheinen - gestartet über einen versteckten Autostart- Eintrag nicht im Task-Manager.

Ob auf Ihrem Rechner Spionage-Tools im Umlauf sind erfahren Sie u.a.hier im Internet.