Mittelstandsportal - Organisation

Stellenabbau meist nach der Rasenmäher-Methode

(4.2.03) - - Die meisten Unternehmen achten bei umfangreicheren Stellenstreichungen vor allem auf eine schnell wirksame Kostenreduzierung. Wie eine Untersuchung der Hamburger BSU-Unternehmensberatung ermittelte, nimmt mehr als die Hälfte der Firmen pauschale Stellenstreichungen ohne Betrachtung des Einzelfalls vor. Eine Auswahl nach fachlich auch zukünftig notwendigen Mitarbeitern findet laut dieser Befragung von über 500 Personalleitern aus Mittelstands- und Grossbetrieben nur in jedem fünften Fall statt. Auch soziale Massstäbe stehen nur für 17 Prozent der Unternehmen im Vordergrund. Begründet wird diese Vorgehensweise von den Befragten vor allem damit, dass Stellenstreichungen meist kurzfristig umgesetzt werden müssen. Für eine fachliche Auswahl des freizusetzenden Personals stehen in mehr als jedem zweiten Betrieb ausserdem keine ausreichenden Informationen zu den individuellen Qualifikationen und dem zukünftigen Bedarf des Unternehmens zur Verfügung, um danach die Jobstreichungen vornehmen zu können.

"Die Unternehmen riskieren mit ihrer Absicht, in erster Linie kurzfristig spürbare Kostenreduzierung zu schaffen, einen Aderlass bei den Mitarbeiterkompetenzen und damit eine Schwächung ihrer Substanz", urteilt Hans Altehuelshorst, Geschäftsführer der BSU. "Wenn Personalleiter kurzfristig Streichlisten erarbeiten sollen und dabei nicht einmal ausreichend auf Informationen zu den fachlichen Qualifikationen und sozialen Verhältnissen der Beschäftigten zugreifen können, kommt es zwangsläufig dazu, dass heute Mitarbeiter mit wichtigen Kompetenzen entlassen und morgen wieder benötigt werden. Dies ist auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten unsinnig." Altehuelshorst plädiert deshalb für eine bedarfsgerechte Bewertung der Jobs und persönlichen Lebensverhältnisse der Betroffenen. "Damit könnte sichergestellt werden, dass sowohl die fachliche Substanz nicht unnötig ausgedünnt wird als auch soziale Aspekte eine stärkere Berücksichtigung erfahren."

Ergebnisse der Umfrage

Nach welchen Kriterien wird in Ihrem Haus bei umfangreicheren Stellenstreichungen vorgegangen?

  • 53 % unpersonifiziert nach Kostenersparnis-Vorgaben
  • 22 % personifiziert nach Bedarf an fachlicher Kompetenz
  • 17 % schwerpunktmässig nach sozialen Kriterien
  • 8 % nach anderen oder zufälligen Kriterien
    (n=517 Mittelstands- und Grossunternehmen; Quelle: BSU Unternehmensberatung GmbH, Hamburg)


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