Verlegenen Verlagen helfen
Lernforum Verlagswesen
(12.1.03) - In Zeiten sterbender
und Stellen abbauender Verlage heißen die Zauberwörter:
»dazulernen« und »umlernen«. Doch was
sind die konkreten Inhalte? Knapp 80 Prozent stürzen sich
darauf, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Rund
60 Prozent versuchen, ihre Arbeit effizienter zu gestalten, gefolgt
vom Bemühen, neue und bessere Autoren zu gewinnen. Erst
an vierter Stelle antworten etwas mehr als die Hälfte der
227 Befragten: Ja, wir kümmern uns darum, dass sich Mitarbeiter
qualifizieren und entwickeln können. Dies sind nach einer
vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik
und Automatisierung IPA
erstellten Studie die wichtigsten Maßnahmen in der Branche,
um der wirtschaftlichen Misere zu entkommen.
Um die etwas stiefmütterlich
behandelte Weiterbildung von Mitarbeitern kümmert sich das
Projekt »Lernforum Verlagswesen«
- LEVER, das vom 4.
bis 7. Februar auf der Messe Learntec in Karlsruhe vorgestellt
wird (Gartenhalle, Stand 352 und Stadthalle, Stand 137). Vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördert,
bündeln darin vier Unternehmen aus der Verlags- und Weiterbildungsbranche
ihr Praxiswissen. »Im Mittelpunkt steht der Mensch«,
betont Michael Opitz, Projektleiter am IPA. »In Mitarbeiter
zu investieren und mit ihnen marktorientierte Weiterbildung durchzuführen,
zahlt sich langfristig aus!«
Ein konkretes Beispiel:
Viele Verlage wissen nicht recht, ob neue Medien für sie
ein wichtiges Marktsegment sein könnten. In welchem Umfang
und auf welche Weise nutzen die Kunden Internet, Palmtop, elektronische
Bücher (eBooks), Printing on Demand, CD-ROMs oder DVDs?
Welche Zielgruppen setzen sie ein - und wie? Antworten darauf
liefern webgestützte Lernmodule von LEVER oder Projektmitarbeiter
vermitteln sie in Vorträgen und Seminaren. Sollte ein Verlag
eine Marktlücke erkennen und planen, einen der neuen Wege
zu beschreiten, können die Projektpartner von LEVER ihn
weiter begleiten. Sie führen Umfragen bei den Kunden durch
und analysieren, wie das neue Produkt genutzt wird. Am Ende steht
ein marktfähiges Qualifizierungskonzept, das neben personellen
Aspekten die wirtschaftlichen Details darstellt. Sollte sich
dieser Mix aus traditionellen wie neuen Lernformen und kompetenten
Dienstleistungen weiterhin bewähren, denken Opitz und seine
Kollegen daran, das Konzept auf andere Branchen zu übertragen:
»Natürlich haben wir nicht vergessen, dass Automobil-
und Maschinenbau sowie deren Zulieferer zu unseren angestammten
und ebenfalls lernenden Kunden gehören.«
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