Ein Nachteil digitaler Kameras gegenüber analoger Technik ist noch, dass nach dem Anschalten einige Sekunden vergehen, bis das erste Bild geknipst werden kann. Und auch nach dem Auslösen verstreichen einige teure Augenblicke, bis der Schnappschuss im Kasten ist. Einige Hersteller haben das Problem bereits im Griff. Beim Ausprobieren im Geschäft lassen sich die flinken von den behäbigen Fotoapparaten leicht unterscheiden.

Schon jetzt bringen die leichtesten Modelle nur 86 Gramm auf die Waage – weniger als eine Tafel Schokolade. Und einige sind fast genau so dünn. Mit 1,1 Zentimetern verschwinden die flachsten in der Hemdtasche, ohne diese auszubeulen. Die Ausnahme sind noch vertikal ins Kameragehäuse eingebaute Zoomobjektive, die meisten recken sich wie eine Pinocchio-Nase nach vorne. Senkrecht eingebaut schauen sie über einen Spiegel in die Ferne und verändern ihre Länge innerhalb des Gehäuses. Der Hemdtasche merkt man das nicht mehr an. Sieben verschiedene Speicherkartensysteme gibt es zurzeit – von „Compact Flash“ bis „Memorystick“. Die Karten speichern die Bilder wie der Film bei analogen Kameras, sind aber lösch- und wiederbeschreibbar. Jede Kamera kann normalerweise nur eine Kartensorte verdauen, andere Systeme bekommen ihr nicht. Verbraucherschützer bescheinigen zum Glück allen Systemen gute Qualität, auch den billigsten. Eine 64-Megabyte-Karte fasst etwa so viele Bilder wie ein bis zwei 36-er-Kleinbildfilme. Die Preise beginnen bei 20 Euro für 64 Megabyte einer Compact Flash-Karte.

Ähnlich wie beim Auto variiert auch bei Digitalkameras unabhängig von der Qualität die Ausstattung. Im Urlaub am Strand schützen Unterwassergehäuse vor Sand und Salzwasser – das bieten jetzt immer mehr Hersteller. Einige Kameras verfügen über einen eingebauten MP3-Player und mausern sich so zum Multimedia-Gerät. Viele können auch kurze Videofilme aufnehmen – was jedoch den Speicherplatz schnell erschöpft. Ein TV-Kabel erlaubt den Anschluss an den Fernseher und ermöglicht es im Urlaub, die Bilder gleich abends anschauen zu können. Luxuriös ist da natürlich eine mitgelieferte Fernbedienung – da werden die Abendstunden zur Diashow des gerade erlebten Tages. Wichtig ist auch die Ausdauer der Batterien. Leider müssen einige schon nach ein paar Stunden aufgeladen werden und taugen daher nur bedingt für Ausflüge in die Wildnis. Denn Digitalkameras brauchen für alles Strom, anders als Analoge. Die kommen mit weit weniger elektrischer Energie aus. Einer der wenigen Bereiche, in dem die „alte“ Technologie noch punktet.

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