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2002 Klemmen u.a. in 1.500
Patienten vergessen
19.01.03 - pte - - Bei
der Analyse von Versicherungsakten von über 800.000 Operationen
im Bundesstaat Massachusetts über einen Zeitraum von16 Jahren
stellte sich heraus, dass 61 chirurgische Werkzeuge in 54 Patienten
vergessen wurden. Hochgerechnet bedeutet dies US-Wissenschaftlern
zufolge, dass jährlich 1.500 Patienten in den USA mit vergessenen
Klemmen und anderer OP-Ausrüstung nach Hause gehen. Dies
schreiben Forscher des Brigham and Women´s Hospital und
der Harvard School of Public Health im Fachmagazin New
England Journal of Medicine.
Das Versehen soll laut Studienautoren nicht auf die Müdigkeit
der Chirurgen zurückzuführen sein, sondern auf den
durch Notfälle und Komplikationen bedingten Stress im Zuge
der Operation. Die Dunkelziffer vergessener Instrumente könnte
aber höher liegen. Krankenhäuser sind nicht verpflichtet,
Behörden darüber zu berichten.
Zwei Drittel der Fehler
unterliefen auch dann, wenn die chirurgische Ausrüstung,
wie es Praxis ist, vor und nach dem Eingriff gezählt wurde.
Die meist gefundenen Objekte waren Tupfer, gefolgt von Metallklemmen
und Elektroden. In zwei Fällen kamen auch Metallbänder
zum Vorschein, die das Gewebe zurückhalten. Häufiger
gingen die Geräte in sehr dicken Patienten "verloren",
dass es einfach gesagt mehr Platz gibt, so die Studie. Ändert
sich der Body-Mass-Index (eine Maßzahl, die Größe
und Gewicht in Beziehung setzt) um nur einen Punkt, erhöht
sich das Risiko um zehn Prozent.
Weiters zeigte sich, dass
Notoperationen neun Mal häufiger zu derartigen Fehlern führen.
Muss während der Operation aufgrund von Komplikationen das
Prozedere geändert werden, erhöht sich das Risiko um
den Faktor Vier. Die Operationsdauer, die Stunde oder der Tag
der Operation scheint keinen Unterschied zu machen. Dies ist
für die Studienautoren auch der Grund, warum die Müdigkeit
der Chirurgen nicht der Grund für derartige Fehler ist.
Das Bostoner Team rät zu Röntgen-Checks nach jenen
Operationen, die ein großes "Verlust"-Potenzial
besitzen. Damit werden metallische Instrumente und radiologisch
markierte Tupfer sichtbar gemacht.
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