Gefährliche Reinlichkeit
Warnung vor dem Einsatz
von Desinfektionsmitteln im Haushalt
02.06.06 - - - Viele Deutsche
entpuppen sich beim Hausputz als wahre Hygienefanatiker. Laut
einer aktuellen GfK-Umfrage im Auftrag der "Apotheken Umschau"
setzt knapp ein Viertel der Bundesbürger (23,2 Prozent)
in ihrer Wohnung mindestens einmal pro Woche Desinfektionsmittel
ein. Mehr als die Hälfte der Befragten (58,5 Prozent) gab
an, dies zumindest gelegentlich zu tun.
Doch ist der Gebrauch dieser
chemischen Keimvernichter in den heimischen vier Wänden
laut Privatdozentin Constanze Wendt vom Hygiene-Institut der
Universität Heidelberg nicht ungefährlich:
Die Risiken solcher Substanzen
seien größer als ihr Nutzen. "Das Reinigungspersonal
in Kliniken wird nicht umsonst im Umgang mit Desinfektionsmitteln
geschult", so Wendt. Sinnvoll sei deren Einsatz nur in Ausnahmefällen
- etwa in Haushalten, in denen Menschen mit geschwächtem
Immunsystem leben, etwa Organ-Transplantierte.
So sehen Experten die Ursache
der extrem ansteigenden Fälle der Erkrankungen von Kindern
mit Asthma über Allergien bis zur Neurodermitis mit der
zu großen Reinlichkeit in deutschen Haushalten, die den
Aufbau der Immunabwehr im Körper nicht zuläßt
und so die Kinder und in der Folge auch die Erwachsenen immer
Anfälliger macht. Während die Landbevölkerung
gegen viele "Zivilisationskrankheiten" immun sind und
auch vielen heute Erwachsenen Allergien fremd sind, leiden die
Kinder und Jugendlichen aus (extrem) "sauberen Haushalten
in den Städten bereits zu einem hohen Anteil daran. Hier
gilt die Maßgabe, weniger ist mehr. Kinder müssen
Kontakt mit Schmutz haben um eine funktionierende Immunabwehr
aufzubauen und Erwachsene um diese zu erhalten. Wenn Sie also
Ihre Kinder lieben - Finger weg von Desinfektionsmitteln im Haushalt!
"Hygiene - Wie viel
Sauberkeit ist gesund?" ist auch das Titelthema der "Apotheken
Umschau" Juni B/2006, die in den meisten Apotheken an Kunden
kostenlos abgegeben wird. Die sollten Sie sich nicht entgehen
lassen.
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