Herbizid wirkt gegen Malaria
Antibakterielle Substanz
wirkt in 48 Stunden
pte 14. Dez 02 - Versuche mit dem Wirkstoff Fosmidomycin,
das den Malaria-Parasiten Plasmodium falciparum abtötet,
sind erfolgreich verlaufen. Die antibakterielle Substanz eliminierte
den Parasiten bei Probanden in Gabun/Afrika im Durchschnitt innerhalb
von 48 Stunden. Die Nebeneffekte waren laut Forschern der Universität
Tübingen nur
geringfügig.
Der Erfolg des Versuchs
ist auf die Analyse des Genoms von Plasmodium falciparum, das
im Oktober publiziert wurde, zurückzuführen. Forscher
der Justus-Liebig-Universität folgerten, dass der antibakterielle
Wirkstoff Fosmidomycin den Isoprenoid-Stoffwechsel im Parasiten
blockieren könnte. Lebenswichtige Isoprenoide wie Cholesterin,
Steroidhormone, Carotinoide und Zellmembranbestandteile werden
von allen Lebewesen synthetisiert. Bakterien und Plasmodien benutzen
allerdings dazu einen anderen Stoffwechselweg als Menschen. Dies
macht den Isoprenoid-Stoffwechsel zu einem geeigneten Ziel für
Antibiotika. Es zeigte sich, dass Fosmidomycin ein Enzym dieses
Stoffwechsels blockiert und die Erreger damit aushungert.
Die Tübinger Wissenschaftler
konnten nun bei 23 erwachsenen Probanden zeigen, dass Fosmidomycin
bei einem Parasiten-Stamm wirkt, der auf die meisten herkömmlichen
Medikamente resistent ist. Im nächsten Schritt soll der
Wirkstoff bei Kindern getestet werden, da in den von Malaria
heimgesuchten Regionen Erwachsene häufig chronisch dem Parasiten
ausgesetzt und daher semi-immun sind. Wirkt Fosmidomycin auch
bei Kindern, hat es eine noch größere Bedeutung, zitiert
das Fachblatt New Scientist David Warhust von der London School of Hygiene and
Tropical Medicine.
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