Union blockiert Unternehmenssteuersenkung
Union gesteht Unfähigkeit
zu schneller Entscheidung ein
Man fühlt sich wie in
einer verkehrten Welt. Der SPD-Finanzminster Peer Steinbrück
schlägt eine vorgezogene Senkung der Körper- schaftsteuer
auf 16 % zum 1.1.2007 vor (statt wie geplant zum 1.1. 2008) und
die Union blockt das ab. Für eine gute Reform brauche man
zwei Jahre, das sei in einem Jahr nicht zu machen. Nicht nur
dass die Union damit den Unternehmen und dem Wirtschafts- standort
Deutschland massiv schadet dokumentiert Sie damit auch die Inkompetenz
ihrer "Fachleute". Wenn die angeblich wirtschafts-
ferne SPD keine Probleme mit einem Vorziehen um ein Jahr hat,
so ist die Reaktion der Union nur als bodenlose Dummheit zu bezeichnen.
Denn eins haben wir (ausgenommen
Politiker) wohl in der Vergangenheit gelernt: Nutze den Augenblick.
Denn in einem Jahr kann die finanzielle und politische Lage schon
wieder ganz anders aussehen und sogenannte "Sachzwänge"
können dazu führen, dass die für den 1.1.2008
"versprochene" Steuersenkung verschoben werden muss.
Hier wurde eine grosse Chance vertan. Wenn der politische Gegner
die Hand ausstreckt, dann sollte man diese erst einmal ergreifen
und nicht gleich schroff abblocken. Ablehnen und abändern
kann man ggfs. später immer noch, aber den Finanzminister
gleich vor die Betonmauer laufen zu lassen könnte sich noch
als verhängnisvoller Irrtum herausstellen, denn wir wollen
schließlich nicht vergessen, dass der designierte SPD-Vorsitzende
Kurt Beck vor kurzem noch eine massive Steuererhöhung gefordert
hat, da die Steuerlastquote viel zu niedrig sei.
Mag es von Steinbrück
Taktik gewesen sein oder ernste Absicht, auf jeden Fall hat die
Union die Interessen der Unternehmer verspielt und darf sich
weitere Abwanderung von Unternehmen und Vernichtung von Arbeitsplätzen
auf ihr Panier schreiben. Denn wenn auch die Politik unter 2
Jahren nichts auf die Reihe kriegt, so brauchen Unternehmen nicht
so lange und können teilweise auch gar nicht so lange warten
bis die Politik sich vielleicht mal zu einer Entscheidung bequemt.
Dabei wäre es so einfach:
Kopiert das britische Steuersystem:
- Praktisch alle Firmen sind
Kapitalgesellschaften (Limited) mit entsprechender Haftungsbeschränkung
für die Eigentümer.
- Jede Firma hat einen Steuerfreibetrag
von rund 16.000 Euro. So gelingt auch der Aufbau von Eigenkapital
und die Anfälligkeit für eine Pleite sinkt.
- Danach beträgt der Eingangssteuersatz
19 % - eine Gewerbesteuer gibt es nicht.
- Der Spitzensteuersatz beträgt 35 %.
- Prinzip: Belastet wird nach Leistung
Und die britische Wirtschaft läuft um
ein vielfaches besser als die Deutsche. Wenn Sie sich auch ein
faires Steuersystem wünschen schreiben Sie Ihrem Abgeordneten
oder unterstützen Sie eine Lobby. Nichtstun zementiert die aktuell unerträglichen
Zustände. |