Deutschland wichtigster Forschungsstandort
für
multinationale Unternehmen
(diw - 15.5.02) - Deutschland ist eines der führenden
Heimat- und Zielländer von FuE-Aktivitäten multinationaler
Unternehmen. Nur in den USA haben ausländische multinationale
Unternehmen mehr FuE-Aufwendungen getätigt. Aber auch deutsche
multinationale Unternehmen forschen viel im Ausland und werden
dabei ebenfalls nur von den USA übertroffen. Zu diesem Ergebnis
kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 16/2002.
Die Gesamtaufwendungen der Wirtschaft für Forschung und
Entwicklung (FuE) in Deutschland sind von 30,5 Mrd. im
Jahr 1996 auf gut 44 Mrd. im Jahr 2001 um fast die Hälfte
gestiegen. Der überwiegende Anteil dieser Aufwendungen entfällt
auf multinationale Unternehmen, deren Produktions- und zunehmend
auch Forschungsstandorte international verteilt sind. Das DIW
Berlin betont, dass ihre wachsenden FuE-Aufwendungen in der Regel
das Resultat der Expansion in neue Märkte sind und nicht
der Verlagerung von FuE-Kapazitäten ins Ausland.
Die noch Mitte der 90er Jahre geäußerten Befürchtungen,
die Bedeutung des einheimischen Forschungs- und Innovationsstandorts
könne deswegen zurückgehen, hat sich nicht bestätigt.
Gerade auch ausländische multinationale Unternehmen haben
in den letzten Jahren zur deutlichen Ausweitung des FuE- und
Innovationspotentials der Wirtschaft in Deutschland beigetragen.
Die Politik muss auf die
fortschreitende Internationalisierung des Innovationsgeschehens
mit einer Anpassung des nationalen Innovationssystem reagieren.
Barrieren für grenzüberschreitende Innovationsaktivitäten
müssen beseitigt und attraktive Nachfragebedingungen für
neue Produkte im heimischen Markt unterstützt werden. Das
DIW Berlin nennt dafür folgende Maßnahmen:
- Bildung: Erhöhung
der sprachlichen Kompetenz, Vergleichbarkeit der Berufsabschlüsse
- Förderung der Mobilität
qualifizierter Arbeitskräfte: Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis,
Regulierung der Zuwanderung
- Mitgestaltung internationaler
technischer Standards und Normen
Sicherung des gleichberechtigten Zugangs ansässiger ausländischer
Unternehmen zu der nationalen Forschungsförderung
Vorbereitung der nationalen öffentlichen Forschungseinrichtungen
auf die Forschungskooperation mit multinationalen Unternehmen
- international kompatibler
Schutz des geistigen Eigentums.
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