Genug von schlechten Nachrichten
Chefredakteur kritisiert
negative Stimmung in Medien
Die Zuseherquote von Nachrichtensendungen
nimmt stetig ab, die Verkaufszahlen von selbst renommierten Tageszeitungen
sinken. Das führt der Tagesspiegel- Chefredakteur Giovanni
Di Lorenzo auf die "Anhäufung schlechter Nachrichten"
zurück, die die Bevölkerung nicht mehr hören und
lesen könne. "Der Sündenbock Regierung verhindert
eine Entwicklung, die uns eigentlich alle alarmieren müsste",
warnt Di Lorenzo.
Der Chefredakteur des Berliner
Tagesspiegels kritisierte die Medien, die durch das "Niederschreiben
eines jeden Reformansatzes" für negative Stimmung sorgten.
Dabei betrachte er die Kritik durchaus selbstkritisch, wie Di
Lorenzo gegenüber pressetext.deutschland beteuerte. "Gibt
es eine Regierung, die gegen diese Medien etwas ausrichten kann",
stellte er die rhetorische Frage. Di Lorenzo betrachtet seine
Branche als mitverantwortlich für die in Deutschland existierende
Vertrauenskrise in Politik und Wirtschaft.
Den Rahmen der DPWK-Verleihungsgala
nützte Di Lorenzo aber auch, um mit der hier zu Lande herrschenden
Unternehmenskultur scharf ins Gericht zu gehen. Zwischen Gesellschaft
und Wirtschaft wachse das Unverständnis. Der Tagesspiegel-Chefredakteur
führt diese Entwicklung auf ein Kommunikationsproblem zurück.
"Die Unternehmer und Manager bemühen sich nicht mehr,
verstanden zu werden", so Di Lorenzo und nannte moralisch
"falsche" Entscheidungen wie etwa die Streichung der
Betriebsrente für Commerzbank-Mitarbeiter, nachdem sich
der Vorstand eine Gehaltserhöhung vom Aufsichtsrat habe
absegnen lassen. |