Schöner Leben statt
prallem Sparschwein
GfK-Studie zeigt, dass
die Generationen 50plus
eine wichtige Konsumentengruppe sind
"Ich mache mir lieber
ein schönes Leben statt immer nur zu sparen" charakterisiert
für knapp die Hälfte der Über- Fünfzigjährigen
ihr Konsumverhalten - mit steigender Tendenz. Entgegen aller
Klischees handelt es sich dabei nicht nur um die Jüngeren
der 50plus. Die hedonistische Haltung verteilt sich fast gleichmäßig
über alle Altersgruppen bis hin zu den Über- Siebzigjährigen.
Mit dem Trend, sich einmal etwas zu gönnen, vollzieht sich
ein Wertewandel im 'Grey Market'. Dies ergab eine Studie der
GfK Marktforschung, in der über 1.800 Personen im Alter
von 50 bis 79 Jahren befragt wurden. Vor zehn Jahren favorisierten
lediglich 27 Prozent der Befragten eine hedonistische Lebensweise
gegenüber einem prall gefüllten Sparschwein. Im Jahr
1999 waren es bereits 39 Prozent und heute sind es schon 45 Prozent.
Verzicht ist also bei den 50plus immer weniger angesagt. Sie
lieben es dagegen, in Ruhe zu genießen. Werte wie Geselligkeit,
Aktivsein, Unabhängigkeit und Humor stehen ebenfalls hoch
im Kurs.
Auch das Modebewusstsein der
Über-Fünfzigjährigen ist in den letzten zehn Jahren
deutlich gestiegen. 1992 antworteten noch 57 Prozent, dass ihnen
modische Kleidung wenig wichtig ist. Heute sind es nur noch 46
Prozent. Entgegen dem weitverbreiteten Vorurteil, dass Mode hauptsächlich
etwas für junge Menschen sei, legen nach eigenen Angaben
selbst unter den Siebzigern noch 45 Prozent Wert auf ein attraktives
Outfit. Bei der jüngsten Gruppe der 50plus überwiegt
die Zahl der Modebewussten sogar beträchtlich.
Als aufgeschlossen und innovativ erweisen sich die 50plus auch
in ganz anderen Bereichen, beispielsweise in Bezug auf Mobilität:
Fast zwei Drittel haben im vergangenen Jahr mindestens eine Reise
unternommen. Und knapp die Hälfte telefoniert zumindest
gelegentlich mobil. Doch nicht nur für die Mobilfunk- und
Reisebranche sind sie eine wichtige Zielgruppe geworden. Auch
bei diversen innovativen technischen Produkten und Dienstleistungen
zeigen sie Flagge. So halten zum Beispiel knapp zwei Drittel
Navigationssysteme in Autos für nützlich und hilfreich.
Und immerhin ein Drittel beurteilt die Annehmlichkeiten des Online-Bankings,
ein Viertel die des Shoppings im Internet als positiv.
Dabei spielt für die
Generationen der 50plus der Servicegedanke eine nicht zu unterschätzende
Rolle. 45 Prozent sind nach eigenen Angaben bereit, beim Kauf
von technischen Produkten für gute Beratung auch mehr zu
bezahlen. Gerade hier könnte der Handel mit einer entsprechenden
Serviceorientierung weiter punkten. |