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Wissensmanagement gegen Informationsflut
Wissen ist der Rohstoff der
Zukunft und der Mensch Rohstoffträger. Doch wie kann er
das zur Verfügung stehende Wissen richtig verarbeiten? Bei
einem interdisziplinären Symposium in der Wiener Albertina
wiesen Fachleute darauf hin, dass die ethischen und rechtlichen
Rahmenbedingungen für die Wissensgesellschaft noch nicht
ausreichend vorhanden sind.
"Seit der rasanten Verbreitung
des Internet steht vielen Menschen ein ungeheures Angebot an
Wissen zur Verfügung", erklärt Dimitris Karagiannis,
Gründer der Abteilung Knowledge Management am Institut für
Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Universität
Wien. Dieses vorhandene Wissen gilt es zu nutzen, wobei die Informationstechnologie
als Verarbeitungs- werkzeug dient. "Inhalte, Menschen und
auch Rechnerleistung müssen vernetzt werden", so Karagiannis.
Der Computer wird dabei immer mehr zum "Wissensträger".
"Die Geschwindigkeit der Rechner verdoppelt sich alle 18
Monate, die Netzwerkge- schwindigkeit alle neun Monate",
so der Wirtschaftsinformatiker. In Zukunft werde der Quantencomputer
die Entwicklung noch weiter beschleunigen.
Auch der Alltag wird sich
in naher Zukunft massiv verändern. Integrierte Rechner in
technischen Geräten und der vernetzte - und damit auch gläserne
- Mensch werden bald Wirklichkeit sein. Doch für Kargiannis
ist die Gesellschaft dafür noch nicht reif: "Wir sind
noch nicht darauf ausgerichtet, die angebotenen Informationen
zu verarbeiten. Doch wenn der Mensch als Wissensträger versagt,
dann bricht die ganze Wissenskette zusammen."
Als Probleme nannte er die
nötige Eigenverantwortung der Wissensarbeiter, ungeklärte
ethische und rechtliche Fragen und Computer, die erst den geänderten
Bedingungen angepasst werden müssten. Ziel ist es, die entstandene
Wissenslücke zwischen Mensch und Rechner zu schließen:
"Wissen kann modelliert werden. Wenn nicht, haben wir noch
nicht die richtige Sprache gefunden."
Designschutz als neues Rechtsgebiet
Über mangelnde Arbeit
können sich die Experten jedenfalls nicht beklagen. Das
gilt unter anderem für die EU-Designschützer beim Harmonisierungsamt
für den Binnenmarkt in Alicante. Seit Anfang 2003 kann ein
EU-weit wirksames, registriertes Gemeinschafts- geschmacksmuster
angemeldet werden. "Das Geschmacksmuster- recht ist zwischen
Technik und dem Urheberrecht angesiedelt. Es dient dazu, die
Erscheinungsform eines Erzeugnisses oder einen Teil davon rechtlich
zu schützen", erklärt der Vizepräsident des
Amtes, Alexander von Mühlendahl, das neue Rechtsgebiet.
Damit sind industrielle und handwerkliche Erzeugnisse und deren
Verpackung und Gestaltung gemeint. Interessant ist der Designschutz
auch in Hinblick auf die Verwendung von Ersatzteilen. "Da
wird sich noch einiges tun." |