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Autohandel befürchtet
Verringerung der Standorte
21.7.02 - pte -- Die EU-Kommission für Wettbewerb
hat am 17. Juli eine umstrittene Reform der Rahmenregeln für
Vertrieb und Kundendienst in der Automobilbranche beschlossen.
Der Vergleich verschiedener Anbieter soll vereinfacht, die Information
für den Anwender verbessert werden. Der Autohandel reagiert
skeptisch auf die Reform und fürchtet um seine Standorte.
Die Automobilindustrie
warnt allerdings vor der - ihrer Meinung nach irrigen - Auffassung,
das Fahrzeuge jetzt billiger würden. Die Spannen der Händler
seien in den letzten Jahren bereits drastisch reduziert worden.
Außerdem würden billigere Länder, wie Dänemark
oder Portugal, die 2,5 Prozent des Absatzmarktes ausmachen, nicht
etwa den anderen Teil mit 97,5 Prozent mit hinunter ziehen. Die
Portugiesen und Dänen werden einfach mehr bezahlen müssen.
Eine Lobby-Studie des Verbandes
deutscher Automobilhersteller (VDA) hätte zwar ergeben, dass Automobilkunden
eindeutig markenexklusive Vertriebs- und Kundendienstkonzepte
bevorzugen, doch halten wir diese nicht für stichhaltig,
da niemand über "neue" Konzepte urteilen kann,
die er noch nicht kennt. Eine vergleichbare Umfrage des "Tante-Emma"-Einzelhandels
vor Einführung der Supermärkte hätte wahrscheinlich
auch ergeben, dass die Mehrheit das Tante-Emma-Konzept bevorzugt,
wobei man zusätzlich noch durch die Fragestellung manipulieren
kann. Bernd Gottschalk, Präsident des VDA meint: "Der
harte Wettbewerb, der Euro genauso wie das Internet, haben schon
lange eine klare Tendenz zur europäischen Preisharmonisierung
eingeleitet." Deswegen hätte sich die VDA eine klarere
Regelung der Markenexklusivität gewünscht.
BMW-Pressesprecher Michael
Ebner meinte, das vor dem 1. September, an dem die genauen Regeln
veröffentlicht werden, die Auswirkungen auf das Unternehmen
noch nicht eingeschätzt werden könnten. Zum Thema Mehr-Marken-Vertrieb
meinte er, dass es prinzipiell jetzt schon Partner gebe, die
nicht nur Autos des Unternehmens verkaufen. Allerdings wolle
BMW weiterhin Händler, die exklusiv BMW vertreiben. "Wir
arbeiten bereits erfolgreich mit beiden Varianten." Auf
das Online-Portal "BMW Group Börse" sieht er keine gravierenden Veränderungen
zukommen. "Wir sind bei Qualität und Attraktivität
für den Kunden unter den Premium-Anbietern."
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