Bürokratiedschungel
lichten
fordert BDI-Präsident
Rogowski
14.1.03 - - "Wenn wir heute darüber
diskutieren, wie die Staatsaufgaben zurückgeführt werden
können, ist das bereits ein entscheidender Schritt zur Entbürokratisierung.
Was der Staat nicht reguliert, kann er nicht überregulieren
und muss er später auch nicht wieder deregulieren",
erklärte Michael Rogowski, Präsident des Bundesverbandes
der Deutschen Industrie (BDI) anlässlich der Vorlage des
BDI-Papiers zum Bürokratieabbau. Aus Sicht der Wirtschaft
sollten Effizienz und Kostendenken die beiden Maßstäbe
sein, die unbedingt angewendet werden müssten, wenn man
den Staat auf bürokratisches Übermaß hin durchforsten
will. Hier kann manches, was in den Unternehmen erfolgreich praktiziert
wird, als Referenzmodell dienen. Dies gilt vor allem für
die Verwaltungspraxis, wo durch elektronische Verfahrensweisen,
durch Leistungsanreize für Mitarbeiter und durch moderne
Managementmethoden Bürokratie abgebaut wurde.
Darüber hinaus empfiehlt der BDI-Präsident dem Bundesminister
für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, sich für
sein Projekt "Masterplan Bürokratieabbau" nicht
allein auf die Zuschriften aus interessierten Kreisen zu konzentrieren.
Er sollte vielmehr eine repräsentative Gruppe von Unternehmen
in bezug auf ihre Bürokratielasten gründlich untersuchen
lassen - zum Beispiel durch eine Unternehmensberatung. Darunter
könnten Unternehmen in der Startphase sein, mittelständische
Betriebe sowie Großunternehmen. "Wenn erst mal klar
ist, welche Bereiche, Regelungskomplexe und Sachgebiete bürokratieträchtiger
sind als andere, können beim schwierigen Bürokratieabbau
auch die richtigen Prioritäten gesetzt werden", Rogowski.
Gleichzeitig appellierte er an Clement, ein Gesamtkonzept zur
Entbürokratisierung und Gesetzesfolgenabschätzung zu
entwickeln, an dem Politik, Gesetzgebung, Verwaltung und Wirtschaft
beteiligt seien. "Mit Einzelmaßnahmen hier oder da
können wir den Kampf gegen die ausufernde Bürokratie
nicht gewinnen", so der BDI-Präsident.
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