ZDH fordert Bürokratiekosten
TÜV
Bundesregierung fehlen
beim Bürokratieabbau Phantasie und Mut
16.10.03 - - Ganz und gar
unzufrieden mit dem derzeitigen Stand der Bemühungen der
Bundesregierung zum Bürokratieabbau zeigt sich der Generalsekretär
des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard
Schleyer. So beklagte er die bislang völlig unzureichenden
Maßnahmen der Bundesregierung, um die Bürokratieflut
einzudämmen. Hier werden Betriebe beim Bürokratieabbau
von der Politik im Stich gelassen.
Laut Schleyer hat Wolfgang
Clement zwar recht, wenn er sagt: Die ausufernde Bürokratie
belastet kleine und mittlere Unternehmen ganz besonders. Der
Mittelstand braucht seine Kraft, um neue Märkte zu erschließen,
neue Produkte zu entwickeln und Arbeitsplätze zu sichern
und zu schaffen. Dem müssen dann aber auch konkrete
Maßnahmen zum Abbau von Bürokratie durch effizientere
Verfahren, durch die Schaffung von Anreizen und Wettbewerb und
durch mutige Generalisierungen folgen.
Diesem Anspruch entspräche
nicht ein Strategiekonzept der Bundesregierung mit ca. 50 Projekten
zum Bürokratieabbau, in dem sich u. a. Vorschläge zur
Mehrfachnutzung der Rinder- datenbank oder ein Internetportal
für die Kreiswehrersatzämter wiederfinden. Bei
aller Wertschätzung solcher Projekte - es müssen andere
Prioritäten gesetzt werden, um neue Impulse für die
Wirtschaft zu schaffen, insbesondere im Handwerk, so Schleyer.
Ihm fehlt insbesondere der gesamte Bereich des Arbeitsrechts
im Maßnahmenpaket der Bundesregierung.
Außerdem komme
so Schleyer eine wirklich ernsthafte und tiefgreifende
Auseinandersetzung mit den unbestrittenen Bürokratielasten
für Bürger und Betriebe nicht darum herum, auch die
institutionellen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten
in Deutschland insgesamt auf den Prüfstand zu stellen. Mit
dem Reformziel: Mehr Transparenz durch klare Aufgabenzuordnungen,
was nicht zuletzt den Wegfall der Mischfinanzierungen im Rahmen
einer Neuordnung der Finanzverfassung erforderlich mache.
Nach einer ifo-Umfrage
aus dem Jahr 2002 nennen mehr als die Hälfte der Betriebe
die Bürokratie als Wachstumsbremse Nr. 1. Aktuelle Unterstützung
erfährt die Umfrage durch die Herbst-2003-Untersuchung
von Creditreform: Hier geben 30,6 Prozent der kleinen und mittleren
Betriebe an, dass die Bürokratiebelastungen die Gewinnentwicklung
negativ beeinflussen. 25,9 Prozent sagen sogar, dass die Wettbewerbsfähigkeit
ihres Unternehmens durch den bürokratischen Aufwand beeinträchtigt
werde.
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