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DIW erwartet konjunkturelle
Belebung
opm - 4.1.05 - - Die Konjunktur
soll im Jahr 2005 nach Meinung des DIW beschleunigte Fahrt aufnehmen
und im Jahresdurchschnitt um 1,8 Prozent zulegen. Das konjunkturelle
Wachstum, das die Zahl der Arbeitstage berücksichtigt, läge
voraussichtlich bei zwei Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt das
DIW Berlin in seinen "Grundlinien der wirtschaftlichen Entwicklung
2005/2006". Die Voraussetzungen für ein Einschwenken
auf einen stetigen, wenn auch flachen Aufschwungspfad sind in
diesem Jahr günstig. Die Exporte werden die gesamtwirtschaftliche
Entwicklung insgesamt stützen, wobei die europäischen
Länder mehr und mehr die gedämpfte Dynamik bei wichtigen
außereuropäischen Handelspartnern kompensieren. In
diesem Umfeld kann sich die Binnenwirtschaft allmählich
stärken. Im Jahr 2006 dürfte es zu einem Wechsel der
konjunkturellen Kräfte kommen. So wird die Weltwirtschaft
insgesamt auf eine ruhigere Gangart einschwenken. Die Dynamik
von Exporten und Investitionen wird etwas nachlassen. Die binnenwirtschaftliche
Expansion wird indes höher ausfallen als in diesem Jahr
und die gesamtwirtschaftliche Produktion wird im Jahr 2006 um
1,8 Prozent steigen.
Wie schon in den vergangenen Jahren bleibt der private Konsum
auch in diesem Jahr die Achillesferse der hiesigen Konjunktur.
Hierfür sprechen die anhaltend schwache Lohnentwicklung
und die nur wenig zurückgehende Arbeitsplatzunsicherheit.
Dennoch wird sich mit wieder zunehmender Beschäftigung in
diesem Jahr auch der private Konsum stabilisieren. Die Effektivverdienste
werden etwas stärker als bisher expandieren. Auch die Bruttolohn-
und -gehaltssumme pro Arbeitnehmer wird mit 0,9 Prozent etwas
stärker anziehen. Durch die erneute Senkung des Steuertarifs
verbleiben darüber hinaus etwa 6,5 Milliarden Euro mehr
für Nettolöhne und ­gehälter. Durch den Übergang
zu einer nachgelagerten Besteuerung kommt es zu einer weiteren
Entlastung der Einkommen. Doch entstehen auch Mehrbelastungen,
so der höhere Beitragssatz zur Pflegeversicherung für
Kinderlose und eine zu erwartende Beitragssatzsteigerung für
Arbeitnehmer bei der Krankenversicherung. Die verfügbaren
Einkommen dürften zusammengenommen um 2,3 Prozent steigen.
Mit einer deutlichen Entspannung auf dem Arbeitsmarkt ist in
diesem Jahr nicht zu rechnen, weil der Aufschwung keine zusätzliche
Dynamik entwickeln wird. Die Zahl der Erwerbstätigen wird
nur wenig zunehmen, wenngleich etwas stärker als im Vorjahr.
Fraglich ist, ob der Trend zur Ausweitung selbständiger
Beschäftigung unvermindert anhält, besonders bei den
Ich-AGs. Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Arbeitsplätze
im Niedriglohnbereich, vor allem in Form von Ein-Euro-Jobs, wächst,
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