Deutschland steckt tief in Konjunkturflaute
Zu Jahresbeginn keine Besserung in Sicht

18.02.03 - - So bilanziert Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die heute in Berlin vorgestellte DIHK-Konjunkturumfrage Februar 2003 in der Frust und Skepsis das Bild bestimmen. Bei den Investoren breitet sich danach lähmende Verunsicherung aus; die Unstetigkeit der Wirtschaftspolitik trage dazu maßgeblich bei.
Die Umfrage unter mehr als 25.000 Unternehmen zeigt, dass sich deren Beschäftigungsplanungen abermals verdüstert haben. Zentrale Ursache für die Besorgnis erregende Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sind nach Einschätzung des DIHK- Hauptgeschäftsführers "neben der Konjunktur die so nicht haltbaren hohen Tarifabschlüsse vom letzten Sommer".

Damalige Absatzerwartungen seien bitter enttäuscht worden; entgegen gewerkschaftlicher Argumentation mit der Kaufkrafttheorie blieben Nachfrageimpulse aus.

Unter diesen Umständen seien betriebliche Bündnisse für Arbeit dringender denn je erforderlich, um Arbeitsplätze zu sichern, so Wansleben. Unternehmen wie Konsumenten mangele es zudem insgesamt an einer klaren Reformperspektive. Umso mehr fordert der DIHK ein „Bündnis für Deutschland“.

Den "einzigen Lichtblick im ansonsten trüben Konjunkturumfeld" sieht der DIHK-Hauptgeschäftsführer in den Ausfuhren. Doch: "Sollten die Exporthoffnungen – gefährdet durch einen längeren Irak-Konflikt – trügen, muss in Deutschland eine Rezession befürchtet werden."

Hier die wesentlichen Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage:

Die Konjunkturflaute dauert an. Die Lageeinschätzungen der Unternehmen verharren auf dem Rekordtief aus dem Herbst 2002. Der seit zwei Jahren andauernde Abwärtstrend der Lageeinschätzung durch die Unternehmen wurde zwar gestoppt. Von einer Bodenbildung kann aber mit Blick auf die Erwartungen keine Rede sein.

Der Graben zwischen Export- und Binnenwirtschaft dürfte sich sogar eher vertiefen: Einerseits klammern sich die Betriebe an Ausfuhrhoffnungen, andererseits zeigen sie sich von der Inlandsnachfrage völlig desillusioniert. Per saldo sind die Geschäftserwartungen zuletzt jedoch deutlich eingebrochen.

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