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Leider seien heute viele
Werte, die das Gesellschaftsbild der sozialen Marktwirtschaft
elementar geprägt hätten, ins Abseits geraten wie z.
B. Hilfsbereitschaft, Bescheidenheit, Fleiß, Rücksichtnahme
auf die Bedürfnisse des anderen. Es sei der Fleiß
gewesen, der ohne das heute übertriebene Anspruchsdenken
in den Aufbaujahren nach dem Krieg das sogenannte deutsche Wirtschaftswunder
mit einem zunächst bescheidenen Wohlstand begründet
habe. In der Folgezeit sei die jene Entwicklung bestimmende Genügsamkeit
mehr und mehr dem Irrglauben eines immer währenden Aufschwungs
zum Opfer gefallen.
Das Rad lasse sich zwar
nicht zurück drehen, angesagt sei aber ein konzertiertes
Umsteuern, insbesondere auf allen wirtschaftsrelevanten Politikfeldern
mit dem klaren Ziel einer nachhaltigen Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums
und damit der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Deutschland
befinde sich in einer tiefgreifenden Wachstums- und Vertrauenskrise.
Die Stagnation im vierten Jahr bedeute die längste Schwächephase
seit Gründung der Bundesrepublik. Auch wenn die ersten Anzeichen
auf Besserung erkennbar seien, bleibe die Aussicht auf einen
nachhaltigen und kräftigen Aufschwung dennoch gering.
Deutschland braucht
umfassende Strukturreformen, fordert Horst Platz. Das Umdenken
als Voraussetzung für das Umsteuern schien mit der Agenda
2010 in Gang gekommen zu sein. Doch seit Tagen werde deutlich,
dass die Agenda 2010 nach nur einem Jahr wieder zugeklappt
worden sei. Dies bedeute, dass der Reformzug gestoppt sei und
es zur Sanierung der im Kern noch immer zu teuren Sozialsysteme
nicht mehr kommen werde. Stattdessen wolle die Regierung das
Wachstum auf andere Art und Weise beschleunigen, nämlich
mit neuen Schulden. Diese Aufgabe des Konsolidierungskurses sei
für Deutschland verheerend, warnte der CDH-Präsident
eindringlich, denn ein schuldenfinanziertes Wachstumsprogramm
lasse die Menschen noch skeptischer in die Zukunft schauen und
schaffe kein Vertrauen weder bei den Investoren noch bei den
Konsumenten.
Aber lamentieren bringe niemanden weiter. Gerade die Unternehmer
könnten nicht nach dem Staat rufen, um ihre Ziele zu verwirklichen,
oder gar auf den Staat warten, damit Verbesserungen kommen. Die
Unternehmer müssten sich wieder auf ihre eigenen Stärken
konzentrieren. Und gerade für den Vertrieb seien die Chancen
nach wie vor da. Je düsterer die Konjunktur, desto
wichtiger der Verkäufer. Kein anderer Bereich beeinflusst
das wirtschaftliche Ergebnis eines Unternehmens so direkt wie
der Vertrieb, zitierte Platz das Manager Magazin.
Allein der Tritt auf die Kostenbremse in den Unternehmen führe
nicht zur Gesundung einer Volkswirtschaft. Es gäbe nur ein
probates Heilmittel, nämlich Wachstum und nochmals Wachstum.
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