|
Ende der Schwächephase
nur mit Wirtschaftsreformen
23.06.03 - - Die deutsche
Wirtschaft befindet sich seit rund drei Jahren in einer ausgepraegten
Schwächephase. Im ersten Quartal dieses Jahres ist das Bruttoinlandsprodukt
sogar gesunken. Kurzfristig ist keine nennenswerte Besserung
zu erwarten. Gleichwohl ist es noch nicht ausgemacht, dass das
Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal erneut sinken wird.
Für das zweite Halbjahr
lassen sich sogar vorsichtige Hoffnungszeichen erkennen. Allen
voran die erfreulichen Besserungstendenzen am Aktienmarkt sowie
der leicht aufwärtsgerichtete Trend einiger konjunktureller
Frühindikatoren. Wegen der Aufwertung des Euro, drohenden
Beitragssatzsteigerungen in den Sozialversicherungen und der
weiterhin angespannten Lage am Arbeitsmarkt ist aber allenfalls
eine sehr zaghafte konjunkturelle Aufwärtsbewegung zu erwarten.
Selbst unter günstigen Annahmen wird das Wirtschaftswachstum
im Durchschnitt des laufenden Jahres daher kaum höher ausfallen
als im vergangenen Jahr.
Angesichts dieser recht
ungünstigen Perspektive beginnen auch die Konjunkturhoffnungen
für 2004 zu bröckeln. Einigkeit herrscht darüber,
dass eine mögliche Erholung der Weltwirtschaft alleine nicht
ausreichen kann, um die deutsche Wirtschaft im nächsten
Jahr wieder auf einen verlässlichen Wachstumspfad zu führen.
Die dringend benötigte Belebung der Binnennachfrage ist
jedoch nicht in Sicht.
Aus diesem Grund ist und
bleibt die Wirtschaftspolitik gefordert. Sie muss Investoren
und Konsumenten neue Impulse geben. Unter den gegenwärtigen
Rahmenbedingungen kann dies aber nur durch umfassende Strukturreformen
geschehen. "Traditionellen" Ausgabenprogrammen oder
Steuersenkungen "auf Pump" ist hingegen eine klare
Absage zu erteilen.
Die "Agenda 2010"
ist ein erster Schritt in Richtung Struktur- reformen. Diesem
müssen allerdings weitere folgen. Erforderlich ist insbesondere
eine weitergehende Liberalisierung des Arbeitsmarktes, die Senkung
der Sozialversicherungsbeiträge, eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung
sowie die Reform des Finanzföderalismus.
Durch ein "konditioniertes"
Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform auf 2004 könnte
die Umsetzung weiterer Reformschritte sogar beschleunigt werden.
Dies wäre dann der Fall, wenn das Vorziehen der Steuerreform
insbesondere mit entsprechenden Ausgabenkürzungen in den
öffentlichen Haushalten und einer neuen steuerlichen Nettoentlastung
im Jahre 2005 verbunden würde. Den kompletten Konjunkturbericht
Juni 2003 finden Sie hier.....
 |