Neuer Gesellschafter für
die Eurowings Luftverkehrs AG: Deutsche Lufthansa steigt bei
Europas grösster unabhängiger Regionalfluggesellschaft
ein
Ein neuer Gesellschafter für
Europas führende unabhängige Regionalfluggesellschaft.
Zum 1. Januar 2001 wird die Eurowings Luftverkehrs AG der Deutschen
Lufthansa AG eine Minderheitsbeteiligung in Höhe von 24,9
Prozent am Grundkapital der Fluggesellschaft einräumen.
Fragen an Friedrich-Wilhelm Weitholz,
Vorstandsvorsitzender der Eurowings Luftverkehrs AG.
Frage: Eurowings wird die Lufthansa
zum 1. Januar 2001 in den Kreis der Gesellschafter aufnehmen.
Wird die Lufthansa bei Eurowings auch das Steuer in die Hand
nehmen?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Eurowings
wird als Marke selbständig bleiben und weiter ausgebaut
werden. Das Steuer behält der Vorstand in der Hand, die
unternehmerische Führung bleibt in den Händen unseres
Hauptgesellschafters Dr. Albrecht Knauf.
Frage: Wird Eurowings künftig
im Team Lufthansa fliegen?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Eurowings
hat in den Hauptmärken eine ebenso starke wie eigenständige
Marktposition. Ziel der alten und neuen Gesellschafter ist es,
diese eigenständige Marke zu pflegen und weiter zu entwickeln.
Eine Integration in das "Team Lufthansa"-Markenkonzept
ist deshalb nicht vorgesehen. Die Lufthansa hat als neuer EW-Aktionär
im übrigen ein großes Interesse daran, dass Eurowings
als eigenständige Fluggesellschaft geführt wird und
ihre Position als grosse Regionalfluggesellschaft auf dem europäischen
Kontinent weiter ausbaut.
Frage: Wozu braucht Eurowings einen
weiteren Gesellschafter?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Vor uns
liegen gewaltige Herausforderungen, auf die wir in den kommenden
Jahren kraftvoll und entschieden reagieren müssen. Wir werden
unsere Flugzeugflotte ausbauen und modernisieren. Große
Investitionen tätigen wir derzeit unter anderem beim Ausbau
unserer Infrastruktur am neuen Terminal in Dortmund. Für
diese und eine Vielzahl von anderen Maßnahmen benötigen
wir zusätzliche Kapitalmittel, die uns in die Lage versetzen,
langfristig im globalen Airline-Geschäft bestehen zu können.
Frage: Hätten sich diese Kapitalmittel
nicht auch über einen Gang an die Börse "besorgen"
lassen?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Unsere
Aktionäre und der Eurowings-Vorstand haben einer strategischen
Beteiligung durch die Deutsche Lufthansa zum gegenwärtigen
Zeitpunkt eindeutig den Vorzug gegeben.
Frage: Wie hoch war der Kaufpreis
für die 24,9 Prozent der Anteile
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Über
den Kaufpreis haben beide Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart.
Frage: Warum die Deutsche Lufthansa?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Die Lufthansa
ist für uns ohne jeden Zweifel der ideale Partner. Lufthansa
ist nicht nur ein finanzkräftiges Unternehmen, auf dessen
Ressourcen wir zurückgreifen können und das uns bei
den notwendigen Investitionen unterstützt. Lufthansa gehört
bekanntlich weltweit zu den erfolgreichsten Fluggesellschaften,
ist eine der tragenden Säulen der Star Alliance, der größten
und erfolgreichsten globalen Luftfahrt-Allianz. Hier ergeben
sich zahlreiche Synergieeffekte, die es mittel- und langfristig
zu nutzen gilt.
Frage: Wie wird sich die neue Gesellschafterstruktur
kurzfristig auswirken?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Bei dem
Engagement der Lufthansa handelt es sich um eine strategische
Beteiligung. Die Deutsche Lufthansa AG wird mit 24,9 Prozent
am Grundkapital neuer Aktionär bei Eurowings und wird damit
Minderheitsgesellschafter. Diese Beteiligung ist für beide
Seiten von grundlegender Bedeutung, die sich nicht auf das Tagesgeschäft,
sehr wohl jedoch sehr positiv auf die Auslastung unserer Flugzeugflotte
auswirken wird: Vor dem Hintergrund der von unseren aktuellen
Partnern KLM und Alitalia angekündigten Kapazitätsreduzierungen
werden wir unserem neuen Gesellschafter Lufthansa zusätzliche
Kapazitäten zur Verfügung stellen können.
Frage: Wie sieht die gegenwärtige
Zusammenarbeit zwischen Eurowings und Lufthansa aus?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Wir unterhalten
mit der Lufthansa bekanntlich seit einiger Zeit eine recht erfolgreiche
Zusammenarbeit. Konkret hat die LH seit Oktober 1999 zwei ATR
72 von EW zur Überbrückung von Kapazitätsengpässen
angemietet. Seit April 2000 setzt die LH einen Airbus A319 im
innerdeutschen Linienflugverkehr - vornehmlich auf der Strecke
zwischen Stuttgart und Hamburg - ein. Darüber hinaus fliegen
Eurowings und Lufthansa unter einer gemeinsamen Flugnummer zwischen
Nürnberg und London-Stansted im sogenannten Code-Share.
Frage: Wird es zu einer weitreichenden
Zusammenarbeit zwischen Lufthansa und Eurowings kommen?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Wir werden
die zwischen zwei Fluggesellschaften üblichen Code-Share-
Vereinbarungen und Wet Lease-Abkommen weiter ausbauen. Weitere
Formen der Zusammenarbeit sind nicht vorgesehen.
Frage: Wie reagieren die Eurowings-Partner
KLM, Alitalia und Air France auf die neue Gesellschafterstruktur?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Wir haben
uns bereits mit KLM in Amsterdam verständigt. Weitere Gespräche
mit Air France und Alitalia werden wir in Kürze führen.
Selbstverständlich werden wir unseren laufenden Vereinbarungen
nachkommen und Verträge einhalten.
Frage: Werden die Passagiere die
neuen Gesellschafterstruktur in irgend einer Form registrieren?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Jein.
In der täglichen Operation wird sicherlich nicht erkennbar,
welche Aktionäre hinter der Gesellschaft Eurowings Luftverkehrs
AG stehen. Der Passagier wird allerdings sehr wohl registrieren,
dass Eurowings weiterhin massiv in den Ausbau und die Erneuerung
ihrer Flugzeugflotte und ihrer Infrastruktur an den Flughäfen
sowie im gesamten Bereich Customer Service, im Ausbau des Internet-Portals
und E-Commerce investiert. Und für Investitionen in dieser
Größenordnung benötigt man einen finanzstarken
und zuverlässigen Partner.
Frage: Wird sich die Beteiligung
durch die Deutsche Lufthansa in irgend einer Form auf die Beschäftigten
der Eurowings auswirken?
FRIEDRICH-WILHELM WEITHOLZ: Ja! Die
Mitarbeiter von Eurowings arbeiten für ein Unternehmen,
das nun auch über einen weiteren Gesellschafter verfügt,
der ebenfalls vitales Interesse an einer florierenden Eurowings
hat. Mit dem Einstieg der Lufthansa leisten wir einen weiteren
Schritt, um die Zukunft von Eurowings in einem vom scharfen Wettbewerb
gekennzeichneten Markt langfristig zu sichern und die Marke Eurowings
weiter auszubauen. Und das wird sich zweifelsohne auf die Sicherheit
der Arbeitsplätze sehr positiv auswirken.
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