Hohe Risiken dominieren die
Exporterwartungen
BDI-Außenwirtschaftsbarometer
8.10.02 - opm -- "Die Stimmung der deutschen
Exportwirtschaft ist so schlecht wie selten", fasste Ludolf
v. Wartenberg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes
der Deutschen Industrie (BDI), das Ergebnis der diesjährigen
BDI-Umfrage zusammen. Der BDI hat 23 Industrieverbände befragt,
die Zahlen, Stimmungen und Prognosen zur außenwirtschaftlichen
Entwicklung abgegeben haben. Insgesamt rechne der BDI vor dem
Hintergrund der Brancheneinschätzungen und der zu erwartenden
weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einem Exportwachstum
von 1,5 Prozent in diesem Jahr. Für 2003 sei im Zuge einer
leichten weltwirtschaftlichen Erholung eine geringfügige
Steigerung der Exportdynamik möglich. "Die Erwartungen
bewegen sich aber auf einem sehr niedrigen Niveau", erklärte
der BDI-Hauptgeschäftsführer. Möglich sei eine
Exportzunahme um maximal vier Prozent.
"Weltweit ist die Konjunkturerholung von zahlreichen
Risiken bedroht", so v. Wartenberg. Eine große Gefahr
für die Weltwirtschaft sei der Anstieg der Ölpreise.
Auch könne niemand die Entwicklung im Irak-Konflikt genau
abschätzen. Zudem sei die Stimmung bei den Verbrauchern
und Investoren durch den anhaltenden Verfall der weltweiten Aktienkurse
belastet. Trotz allem sei die Weltwirtschaft auf dem richtigen
Kurs: "Ein erneutes Umkippen der Konjunktur erwartet der
BDI nicht."
Die Exporterfolge der deutschen Unternehmen seien kein Selbstläufer.
Die Außenwirtschaftspolitik stehe deshalb vor der Aufgabe,
das Engagement der Unternehmen gezielt zu unterstützen.
"Die Bundesregierung muss die Außenwirtschaftspolitik
als eine ihrer Kernaufgaben begreifen", forderte v. Wartenberg.
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