Die optimale Ausschöpfung des Innovationspotentials der Industrie werde durch eine Vielzahl von Faktoren behindert. Einem Teil der Unternehmen nehmen diese Hemmnisse jede Möglichkeit, Innovationen durchzuführen, bei einem anderen Teil beeinträchtigen sie Anzahl und Neuheitsgrad der Innovations- projekte. „Bezogen auf die Gesamtheit aller Unternehmen ergibt sich für 2001 der Befund, dass knapp die Hälfte der Unternehmen in ihren Innovationsaktivitäten behindert wurden; lediglich 15 Prozent der Unternehmen konnten ihre Innovationsvorhaben ohne Einschränkungen realisieren. Bei über 10 Prozent der Unternehmen führten Hemmnisse sogar dazu, dass Innovations- aktivitäten gänzlich unterblieben“, so das ifo-Institut. Nach den Ergebnissen des Innovationstests behindert eine zu restriktive Gesetzgebung rund 15 Prozent der Innovatoren; zu lange Verwaltungsverfahren werden von jedem sechsten Innovator beklagt. Wenn auch die Einzelmaßnahmen keine unüberwindbaren Barrieren darstellen, können sie in ihrer Gesamtheit dazu führen, dass die Innovation verzögert am Markt angeboten oder im Unternehmen genutzt werden. „Innovationsaktivitäten scheitern einerseits an Gesetzgebungs- und Verwaltungshürden, andererseits steht der Großteil von Unternehmen derzeit finanziell schlechter denn je da. Innovation bedeutet fast immer auch Investition. Investitionen in neue Produktideen müssen sich lohnen. Ein Produkt, dass nicht innerhalb von 12 Monaten den ROI schaffen kann, ist finanziell nicht tragbar“, weiß Annika Deike, Marketing Spezialistin des Düsseldorfer IT-Dienstleisters Harvey Nash. Ein Teufelskreis, in dem fast alle Unternehmen stecken, egal ob Großindustrie oder Mittelstand: Kein Geld für Innovationen - ohne Innovationen kein Wachstum - ohne Wachstum kein Geld für Innovationen. Es ist jedoch fraglich, ob genau an diesem Punkt Kosten gespart werden dürfen. Im Hinblick auf eine wirtschaftliche Unternehmenszukunft, kann das mit einem klaren "Nein" beantwortet werden, so Deike.

Anhand der Ergebnisse der jüngsten Innovationsbefragungen des ifo Instituts wird die Entwicklung der Innovationsaktivitäten der deutschen Industrie sowie die Bedeutung der sie beeinflussenden ökonomischen und technologischen Rahmenbedingungen dargestellt. Insgesamt beteiligten sich über 2 950 Testteilnehmer an den Befragungen. Gunnar Sohn

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