Konjunktur 2001 - Umfrage

Führende deutsche Wirtschaftsjournalisten sind eher skeptisch in der Beurteilung der Konjunktur 2001. Die Mehrheit der Befragten prognostiziert bei der traditionellen Umfrage des
WIRTSCHAFTSREDAKTEURS eine Konjunktur- abschwächung und beziffert das Wachstum auf nur 2,5 bis 2,7 Prozent. An einen kräftigen Aufschwung durch die jüngsten Steuererleichterungen und sinkende Arbeitslosenzahlen glauben nur wenige.

Wirtschaftswachstum im Vergleich

Die deutsche Wirtschaft blieb im dritten Quartal 2000 auf Wachstumskurs. Die Zahlen des ersten Halbjahres wurden sogar leicht nach oben korrigiert. Damit ist für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent weitgehend gesichert. Zwar ist dies die höchste Steigerungsrate in Deutschland seit zehn Jahren, doch schneidet die Bundesrepublik im internationalen Vergleich damit unterdurchschnittlich ab.

Immer noch Chancen für den Neuen Markt?

Die Kursentwicklung des Neuen Markts gleicht einer Achterbahnfahrt: Einem rasanten Anstieg folgte der freie Fall. Seit seinem Höchststand am 10. März 2000 hat der Neue-Markt-Index NEMAX zuletzt über 65 Prozent verloren. Die Anleger sind verunsichert. Eine kritische Ausgangsposition für die Unternehmen beim Start ins Jahr 2001.

Ins Netz gegangen

Zu Beginn des Jahres war E-Commerce noch in aller Munde, heute ist der neue Markt abgestürzt. Düstere Visionen werden von Propheten des Untergangs kundgetan: Etwa die Hälfte aller Internetkaufhäuser und E-Shops stehen am Jahresende vor dem Aus. Während Unternehmen der Old Economy wie Neckermann, Otto-Versand u.a. zählbare Erfolge im Internet verbuchen.

EURO - Verhängnis für Europa?

1998 scheiterte zwar die sogenannte "Euro-Klage" vor dem Bundesverfassungsgericht. Doch die damals klagenden Professoren sehen erneut Bedarf dafür, den Euro in Deutschland zu verhindern. Grundlage ist eine Klausel im Vertrag von Maastricht. Danach darf Deutschland die Mark nur aufgeben, wenn die Regierung die Stabilität des Euros "nachhaltig nachweisen" kann. Geklagt werden soll, wenn die Inflationsrate in der Euro-Zone dauerhaft über zwei Prozent liegt.

Agenturen: Das Internet Verschlafen?

Ein Workshop im Berliner Internationalen Design Zentrum brachte es Ende November an den Tag: Noch längst nicht die Mehrheit der deutschen Werbeagenturen betrachtet das Internet ebenso als ihre originäre Domäne wie die traditionellen Wirkungsfelder Printmedien, Fernsehen und Hörfunk. Rat- und kampflos haben hier auch die ganz Großen, die ganz Kreativen der Werbebranche vielen kleinen (und nicht immer unbedingt werbefachlich kompetenteren) Stoßtrupps aus der vormals oft gönnnerhaft belächelten Multimedia-Szene das Feld überlassen. Jetzt aber scheint die Branche munter zu werden.

Comedy-Boom im Fernsehen

TV-Comedy gehört zum gemeinsamen Erfahrungsschatz ungefähr Gleichaltriger und prägt ihre Sprache. Das gilt nicht erst, seitdem Trendforscher, die vertraglich gezwungen sind, alle paar Tage ein neues Etikett für irgendeinen Zeitabschnitt zu erfinden, die sogenannte "Spaßgesellschaft" ausgerufen haben.

Vermarkten ohne zu fragen?! Das geht nun wirklich nicht!!

Den Kabelnetzbetreibern geht es nicht gut. Um auf ihre Kosten zu kommen haben einige von ihnen bestimmte, gern gesehene Sender digitalisiert und verschlüsselt. Die wurden dann als Programmpaket gegen Bares an den Endverbraucher angeboten. Dies allerdings, ohne die betroffenen Programmanbieter um Erlaubnis zu fragen. Nicht ohne Folgen: Das Landgericht Leipzig untersagte der Kabelfirma Primacom
diese Praxis. Das Verfahren war auf Initiative der Sender ProSieben, DSF und Kabel 1 eröffnet worden. (ots)