Langfristiges Trendwachstum nur bei einem Prozent
ifo Institut: Strukturprobleme drücken

opm - 25.02.05 - - Das Trendwachstum in Deutschland liegt zur Zeit bei lediglich 1,1% und ist spätestens seit Anfang der 90er Jahre niedriger als in anderen großen Industrienationen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des ifo Instituts, die für verschiedene OECD- Länder die Beiträge von Konjunktur und langfristigem Trend für die BIP-Wachstumsraten zwischen 1950 und 2004 ermittelt. Die Entwicklung verdeutlicht erneut, dass Deutschland schon seit längerem Strukturprobleme hat und diese nicht erst mit der Wiedervereinigung eingesetzt haben.

Nach den vorliegenden Ergebnissen gingen die Trendwachstums- raten in allen beobachteten Ländern im Verlauf der letzten fünf Jahrzehnte zurück.

Besonders stark war der Rückgang aber in Deutschland. Die Stagnationsphase der letzten Jahre ist zwar auch ein Resultat der schlechten konjunkturellen Entwicklung. Da diese aber im internationalen Vergleich nicht viel anders verlief als in anderen Ländern, ist die enttäuschende Wachstumsperformance in Deutschland vor allem auf die niedrige langfristige Trendwachstumsrate zurückzuführen.

"Deutschland leidet unter einer langfristigen Wachstums- schwäche.", erklärt ifo-Konjunkturexperte Gebhard Flaig. "In der jetzigen Situation müssen wir uns von der Vorstellung verabschieden, Wachstumsraten von 3 oder gar 4% erreichen zu können und uns klar machen, dass bereits ein Wachstum von etwas mehr als 1 Prozent ein Aufschwung ist."