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Wirtschaft

Lufthansa erwartet Mehrarbeit für gleichen Lohn

25.10.03 - - Die Beschäftigten der Deutschen Lufthansa AG müßten künftig "Mehrarbeit leisten für das gleiche Geld". Das sei besser als weniger Beschäftigung bei gleicher Bezahlung, sagte Wolfgang Mayrhuber, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG in einem Gespräch in der heutigen FAZ.

"Aber wir stellen damit die Lufthansa nicht auf den Kopf", sagte er und baut auf die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und den Mitbestimmungsgremien. Zwar dürfe man die Partner auf der Arbeitnehmerseite nicht überfordern, doch sie wüßten, "daß wir nicht endlos warten können. Wir dürfen die Mitarbeiter nicht in dem Irrglauben lassen, nach dem Irak-Krieg, nach Sars, könne es automatisch so sein wie in der Vergangenheit. Deshalb reden wir offen mit den Belegschaftsvertretern und den Mitbestimmungs- gremien. Denn wenn sich alles um uns herum verändert, dann müssen wir uns auch ändern. Wobei jeder Tag, der die Entscheidung verschiebt, ein verlorener Tag ist", umschreibt Mayrhuber seine Entschlossenheit bei dem Umstrukturierungs- prozeß, den er auch als Chance begreift. "Die Transformations- geschwindigkeit ist für uns ein Wettbewerbsvorteil."

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen dürfte dies ein Vorbild sein.

In der beginnenden Neuordnung der europäischen Luftfahrt sieht Mayrhuber keine Bedrohung. Die Lufthansa sei in Europa gut aufgestellt, zumal nun auch die polnische Fluggesellschaft Lot zur Star Alliance stoße. "Eine Erweiterung von Partnerschaften - wie durch die Swiss - wäre für uns von Interesse gewesen, aber das geht nur dann, wenn es für beide Seiten gleichermaßen einen Sinn ergibt. Und da gab es ein Ungleichgewicht, und deshalb konnten wir das nicht zum Abschluß bringen."

Gefragt, ob der Zusammenschluß von Air France und KLM eine Bedrohung der Lufthansa auf ihrem Heimatmarkt Europa bedeute, sagt der Vorstandsvorsitzende: "Dieser Schritt ist für uns keine Überraschung. Wir hatten mit Air France und KLM zwei starke Wettbewerber, nun ist es ein starker Wettbewerber geworden, also einer weniger. Für uns bedeutet die neue Konstellation kein Risiko."