Lufthansakrise schwerer als nach dem 11. September
Krisenmaßnahmen verstärkt - Hoher Verlust im 1. Quartal

8.04.03 - - Der Lufthansa-Vorstand hat angesichts der anhaltend schweren Krise und weiterer Nachfragerückgänge zusätzliche umfassende Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung beschlossen. Auf der Grundlage der vorläufigen Analysen rechnet Lufthansa für das erste Quartal 2003 mit einem unerwartet hohen operativen Verlust. Die aktuellen Zahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahresquartal, das vor allem durch die Folgen der Terroranschläge des 11. Septembers 2001 geprägt war, noch deutlich verschlechtert.

Verursacht wurde diese negative Entwicklung durch erhebliche Nachfragerückgänge vor allem im Passagiergeschäft. Die anhaltend schlechte Konjunktur, die Auswirkungen des Irak-Kriegs und auch die in ihren gesamten Auswirkungen noch nicht abschätzbaren Folgen der Lungenkrankheit SARS belasten die Geschäftsentwicklung weiterhin nachhaltig. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Krise zu begrenzen, hat der Lufthansa-Vorstand heute weitere Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten sowie Anpassungen des Flugplans eingeleitet.

Der heutige Vorstandsbeschluss sieht vor, dass kurzfristig mit den Betriebspartnern der Krisenfall festgestellt und ab dem 15. April für alle in Deutschland beschäftigten Boden-Mitarbeiter der Lufthansa Passage Airlines die wöchentliche Arbeitszeit um 1,5 Stunden auf 36 Stunden ohne Lohnausgleich reduziert werden soll. In diese Maßnahmen sind auch die Stabsfunktionen in der Konzernverwaltung mit einbezogen. Damit wird erstmalig die in der zurückliegenden Tarifrunde vereinbarte Flexibilisierungsregel angewendet. Darüber hinaus hat der Vorstand beschlossen, Kurzarbeit für die Kabinenmitarbeiter der Lufthansa Passage Airlines einzuführen. Die Gespräche mit den Tarif- und Betriebspartnern laufen bereits. Für das Cockpitpersonal sollen umgehend Verhandlungen mit dem Tarifpartner zur Bewältigung der Krise aufgenommen werden.

Die vom Vorstand beschlossenen Maßnahmen sollen in einem ersten Schritt dazu führen, Kosten zu senken ohne betriebsbedingte Kündigungen aussprechen zu müssen. "Wir wollen beides, Kostenentlastung und Beschäftigungssicherung", sagte Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer. Angesichts der dramatischen Lage sei die Umsetzung dieser Maßnahmen dringend geboten. Weitere Maßnahmen können allerdings bei Fortdauer der schwierigen Situation nicht ausgeschlossen werden.