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Neues Zulassungsrecht für
Industrieanlagen
Das von Bundesumweltminister
Jürgen Trittin vorgelegte Artikel- gesetz, das eine Reihe
wichtiger umweltrechtlicher Vorgaben der EU umsetzt, tritt am
morgigen Freitag, 3. August, in Kraft. Schwerpunkte des Gesetzes
sind die Neuregelung der Umweltverträglichkeitsprüfung
und die Neugestaltung des Zulassungsrechts für Industrieanlagen
und Deponien. Erstmals wird für zahlreiche Arten von Vorhaben
die Beteiligung der Öffentlichkeit eingeführt. Auch
der Zugang der Bürger zu Umweltinformationen wird erleichtert,
Gebühren werden deutlich abgesenkt. Darüber hinaus
wurden Voraussetzungen geschaffen, um Unternehmen, die sich am
Umweltmanagement-System Öko-Audit beteiligen, künftig
u.a. bei der behördlichen Überwachung zu entlasten.
Mit dem Artikelgesetz ist ein Ausgleich zwischen teilweise sehr
unterschiedlichen Interessen gelungen. Das Gesetz wird zu einer
sorgfältigeren Abwägung der Umweltbelange bei der Zulassung
von Industrieanlagen und Infrastrukturmaßnahmen führen
und den ganzheitlichen Umweltschutz stärken. Zugleich werden
Transparenz und Bürgerbeteiligung verbessert. Bewährte
Standards im deutschen Umweltrecht, die über EU-Recht hinausgehen,
wie der Erörterungstermin im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung,
werden beibehalten. Das Gesetz schafft darüber hinaus Rechtssicherheit
bei der Umsetzung europäischer Umweltschutzrichtlinien und
dient damit der Investitionssicherheit von Unternehmen. Es ist
zugleich die Grundlage für die Beendigung noch laufender
Klageverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof.
Mit dem Artikelgesetz ist es gelungen, im Umweltbereich eines
der für die Praxis wichtigsten Vorhaben dieser Legislaturperiode
umzusetzen. So wird durch die europarechtlich erforderliche Ausdehnung
des Anwendungsbereichs der Umweltverträg- lichkeitsprüfung
für zahlreiche neue Arten von Vorhaben erstmals eine Beteiligung
der Öffentlichkeit eingeführt. Auch Erörterungstermine
nach Bundes-Immissionsschutzgesetz werden künftig öffentlich
sein.
Das Artikelgesetz ist im Bundesgesetzblatt Teil I vom 02.08.2001,
S. 1950ff. veröffentlicht. Es ist- ebenso wie ein Hintergrundpapier
- auch auf der BMU-Homepage abrufbar.
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