Private Arbeitsvermittler sind sinnvolle Ergänzung

"Der verstärkte Einsatz privater Arbeitsvermittler ist eine sinnvolle Ergänzung zu den öffentlich-rechtlich organisierten Arbeitsämtern. Privatwirtschaftliche Konkurrenz stellt für öffentliche Einrichtungen einen starken Anreiz zur Steigerung der eigenen Dienstleistungsqualität dar. Durch zügige Reformen muss die Vermittlung als "Kerngeschäft" der Arbeitsämter effizienter und passgenauer gestaltet werden". So der Vorsitzende des Vorstands der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster zur Reform der öffentlichen Arbeitsvermittlung und der zukünftigen Struktur der Bundesanstalt.

Allerdings fordern einige Seiten bereits die Wiedereinführung der Erlaubnispflicht für Privatvermittler, um der Gefahr von Missbrauch vorzubeugen. Die Zuständigkeit für die Erteilung der Erlaubnis dürfe dann allerdings nicht mehr bei den Arbeitsämtern liegen, da diese ihre eigene Konkurrenz zulassen müssten.

Gerster hingegen setzt sich lediglich für eine Zertifizierung der privaten Arbeitsvermittler durch deren eigene Verbände ein. "Zunächst sollte auf eine Selbstverpflichtung zu seriöser Arbeit gesetzt werden, bevor neue bürokratische Hürden aufgebaut würden", sagte Gerster.

Gerster meint die Arbeitsämter müssten sich in Zukunft mehr auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Neben der Vermittlung gehöre dazu die Gewährung von Lohnersatzleistungen und die aktive Arbeitsmarktpolitik. Die Unternehmen müssten ihre freien Stellen auch wirklich den Ämtern mitteilen und sie in Zukunft auch mehr als bisher mit älteren Arbeitslosen besetzen.

Angesichts dieser Entwicklung empfiehlt es sich ggfs. "auf Vorrat" als privater Arbeitsvermittler registrieren zu lassen um bei einer Gesetzesänderung nicht außen vor zu bleiben. So kann sich auch für Unternehmer eine Registrierung lohnen (z.B. für die Gattin) um bei Einstellung von Mitarbeitern über Inserate etc. die Prämien kassieren zu können. Einige tausend Euro zu verschenken kann für einen kleineren Betrieb schon wettbewerbsentscheidend sein.