Probleme des internationalen
Vergleichs
industrieller Entwicklungen
Die für die Leistungsmessung
von Wirtschaftszweigen konzi- pierten Indikatoren - Produktionsindex
und reale Bruttowert- schöpfung - genügen nicht, um
ein realistisches Bild für einen länderübergreifenden
Vergleich der Leistungsentwicklung der Industrie und ihrer Branchen
zu gewinnen. So schlägt das DIW Berlin vor, weitere Informationen,
wie die Entwicklung von Beschäftigung und Investitionen
zur Beurteilung heranzuziehen.
Der Produktionsindex gibt die Möglichkeit, aktuelle Entwick-
lungen im konjunkturellen Zusammenhang in den betrachteten Ländern
zu analysieren, denn eine Information über die reale Wertschöpfung
steht für die Industriezweige nicht zeitnah genug zur Verfügung.
In den 90er Jahren hat sich die Arbeitsteilung innerhalb der
Industrie wie auch zwischen der Industrie und den Dienstleistungen
sowohl national als auch im internationalen Kontext verändert.
Dabei kam es zu einem Anstieg der nominalen, aber auch der realen
Vorleistungsquoten. Das DIW Berlin zeigt, dass zumindest in einigen
Branchen die Strukturveränderungen in Deutschland im Zeitraum
1995 bis 1999 von größerer Bedeutung waren als in
Frankreich, Großbritannien und Italien. Der Produktionsindex
kann angesichts solcher struktureller Veränderungen die
Dynamik der Branchen im internationalen Vergleich nicht zutreffend
abbilden. Statistisch festgestellte unterschiedliche Entwicklungen
der realen Vorleistungsquoten und divergierende reale Wertschöpfungsentwicklungen
sind auch Ergebnis der Preisbereinigungsverfahren in den betrachteten
Ländern und Branchen. Die reale Wertschöpfung gibt
die Leistungsentwicklung der Branchen in den verschiedenen Ländern
entsprechend verzerrt wieder. Die Entwicklung des Produktionsindex
dürfte die Dynamik der deutschen Industrie im Vergleich
zu den anderen betrachteten Ländern in den 90er Jahren überzeichnen,
während die Wertschöpfungsentwicklung sie dagegen unterzeichnet.
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