Skepsis überwiegt im
Mittelstand
Alle Hauptwirtschaftsbereiche
tendieren schwächer
ots - 11.10.03 - - Die
einsetzende Stimmungsaufhellung lässt viele
kleine und mittlere Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten
und einem Jahresumsatz bis zu 50 Mio EUR noch immer kalt, wie
die aktuellen Ergebnisse des KfW-Indikators Mittelstands- konjunktur
für das 3. Quartal 2003 zeigen. Gegenüber dem Vorquartal
fiel der Indexwert um 2,2 Zähler und setzte damit den seit
2000 eingeschlagenen Abwärtstrend fort. Zu dem Rückgang
beigetragen haben sowohl die neuen als auch die alten Bundesländer,
wobei das Minus im Osten mit 2,9 Punkten etwas deutlicher ausfiel
als im Westen (minus 2,1 Indexpunkte).
Alle Hauptwirtschaftsbereiche tendierten im Vorquartalsvergleich
schwächer. Mit einem Rückgang von jeweils 1,3 Indexpunkten
kamen der Handel und die Dienstleister noch vergleichsweise ungeschoren
davon. Das Verarbeitende Gewerbe verlor gegenüber dem 2.
Quartal 2,5 Indexpunkte, konnte aber seinen Vorjahresstand halten.
Besonders ausgeprägt war der dagegen der Einbruch im Bausektor
(minus 6,6 Indexpunkte), der die Zugewinne des ersten Halbjahres
zum Teil wieder einbüßte; sein Allzeittief aus dem
Vorjahr übertraf die Baubranche dagegen deutlich (plus 11,2
Indexpunkte). Die niedrigen Niveaus der Branchenindizes - zum
Teil weit unterhalb ihrer langfristigen Durchschnitte - unterstreichen
die ausgeprägte Skepsis, die der Mittelstand in seiner gesamten
Breite dem Stimmungsaufschwung in der Gesamtwirtschaft noch immer
entgegen bringt. "Dieses hartnäckige Misstrauen vieler
Mittelständler mag manchem angesichts erster Aufschwungsignale
vielleicht übertrieben erscheinen. Da aber die Mittelstandskonjunktur
der Gesamtkonjunktur erfahrungsgemäß immer etwas hinterherläuft,
überrascht mich dieses Ergebnis nicht", sagte KfW-Chefvolkswirt
Dr. Norbert Irsch in Frankfurt. Umso wichtiger ist es jetzt,
mit Agenda 2010 und vorgezogener Steuerform das interne Wachstum
zu stärken und gleichzeitig der Konjunktur einen spürbaren
Impuls zu geben, damit die Stimmungswende tatsächlich von
realwirtschaftlichen Daten bestätigt wird. "Dann ist
eine Erholung auch im Mittelstand nur noch eine Frage der Zeit",
so Irsch.
* Dem Indikator liegen die Angaben KfW-geförderter Unternehmen
mit höchstens 500 Beschäftigten und maximal 50 Mio
EUR Jahresumsatz über ihr zentrales Investitionsmotiv zu
Grunde. Ein zunehmender Anteil von Unternehmen, die Geschäftsausweitungen
planen, wird, ebenso wie ein rückläufiger Rationalisiereranteil,
als positives Konjunktursignal gewertet. Die Antworten werden
mit dem Umsatz der in dem Bezugsquartal geförderten Investoren
gewichtet sowie, unter Zugrundelegung fixer Branchen- und Regionengewichte,
in einen Index [2000=100] überführt.
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