Stagnation in Deutschland setzt sich fort
DIW stellt Winter-Grundlinien 2003/2004 vor

07.01.03 - - Die stockende Entwicklung der Konjunktur in Deutschland hält an. Das DIW Berlin geht in seiner aktuellen Konjunkturprognose „Winter-Grundlinien der wirtschaftlichen Entwicklung 2003/2004“ , die heute in Berlin vorgestellt wurde, davon aus, dass in diesem Jahr das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 % zunehmen wird. Für das kommende Jahr ist unter den gegebenen Bedingungen ein Wachstum von nicht mehr als 1 % zu erwarten. Maßgeblich für die schwache Konjunktur ist zum einen, dass die Erholung der Weltwirtschaft schleppend verläuft. Zum anderen kommt die Binnennachfrage, seit Jahren die Achillesferse der deutschen Konjunktur, nicht vom Fleck. Für Ostdeutschland rechnet das DIW Berlin mit einem Wachstum von 1,5 % für 2003. Positive Impulse werden dort vor allem von der Beseitigung der Flutschäden ausgehen.

Die weltwirtschaftliche Lage ist nach wie vor von hohen Unsicherheiten geprägt. Zwar gab in den USA die Wirtschaftspolitik erneut kräftige Anregungen. Doch an den Börsen kam es trotzdem zu teilweise dramatischen Einbrüchen. Die Finanzmärkte leiden immer noch unter einer starken Vertrauenskrise. Hinzu kommen politische Unsicherheiten, vor allem die Spekulationen über einen Krieg der USA mit dem Irak, die sich in Ölpreiserhöhungen niederschlagen. Auch die Furcht vor weiteren Terroranschlägen wirkt sich lähmend aus. All dies hat Investoren und Konsumenten sehr verunsichert und ihre Ausgabeneigung gedrückt. Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum dürfte im kommenden Jahr um 2,0 % zulegen und erst im zweiten Halbjahr 2004 wieder eine Jahreswachstumsrate von über 2 % erreichen. In Japan ist die Rezession zwar überwunden, aber die Deflation hält an, und die Krise in Südamerika erweist sich als hartnäckig. Demgegenüber gibt es in den USA und in Südostasien konjunkturelle Erholungstendenzen, die auch der übrigen Welt Hoffnung auf eine - wenn auch nur allmähliche - Besserung der Wirtschaftslage geben könnten. Die Wirtschaftsleistung wird in den USA in diesem Jahr um 2,5 % zunehmen; im Jahre 2004 dürfte der Anstieg des realen Bruttoinlandsproduktes rund 3 % betragen.

In Deutschland wird die Schwäche der Binnenkonjunktur noch weit in dieses Jahr hinein reichen. Eine der wesentlichen Ursachen sind die erheblichen Belastungen der privaten Haushalte infolge der jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung. Steuererhöhungen und die spürbare Anhebung der Beitragssätze zur Sozialversicherung werden dazu führen, dass die verfügbaren Einkommen trotz der etwas kräftigeren Lohnerhöhungen kaum steigen.

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