Die bereits seit Beginn des Jahres eingetretenen Mehrbelastungen, die Angst vor Arbeitslosigkeit und die damit verbundenen Einkommenseinbußen dürften wesentliche Gründe für die eher pessimistische Einschätzung der finanziellen Lage der Haushalte sein. Zudem verunsichern die anhaltenden Diskussionen um weiter gehende Reformen bei Steuern und Sozialversicherung die Verbraucher. Nicht wenige befürchten offenbar, dass Reformen mit weiteren finanziellen Belastungen verbunden sein werden. Schließlich dürfen die Wirkungen der gegenwärtigen Preiserhöhungen bei Benzin und Heizöl nicht unterschätzt werden, da diese die Haushaltsbudgets zusätzlich belasten.

Anschaffungsneigung: Konsolidierung setzt sich fort

Im Gegensatz zu den wenig ermutigenden Entwicklungen bei den Konjunktur- und Einkommenserwartungen erholt sich die Anschaffungsneigung nun schon zum vierten Mal in Folge. Im März konnte der Indikator um vier Punkte zulegen und befindet sich aktuell mit Minus 26,6 Zählern schon knapp 30 Punkte über seinem historischen Tiefstand im November 2002 (-55,4 Punkte). Damit bewegt sich die Konsumneigung stabil nach oben. Offenbar bewirken die Rabattaktionen und Preisnachlässe des Handels, dass die Verbraucher mehr und mehr davon ausgehen, dass gegenwärtig der Zeitpunkt günstig ist, größere Anschaffungen zu tätigen. Von Euphorie kann jedoch noch nicht die Rede sein. Denn die Konsumneigung wird sich bei anhaltend sinkenden Einkommens- und Konjunkturerwartungen kaum grundlegend erholen. Vor allem positive Signale vom Arbeitsmarkt würden die Konsumstimmung dauerhaft verbessern helfen, da sie den Verbrauchern auch wieder mehr Planungssicherheit geben würden. Zudem sind weitere Belastungen durch den Irak-Krieg nicht auszuschließen. Sollte der Krieg länger dauern als ursprünglich geplant, leidet sicherlich die Verbraucherstimmung darunter.

Fazit für das Konsumklima: Stagnation

Angesichts der gegenwärtigen Verbraucherstimmung wird das Konsumklima auf einem relativ niedrigen Niveau stagnieren. Für April prognostiziert der Indikator wie im März einen Wert von 3,7 Punkten. Neben der gegenwärtig schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik droht das Konsumklima nun auch durch den Irak-Krieg an einer möglichen Erholung behindert zu werden. Vor allem bei einer längeren Dauer der kriegerischen Auseinandersetzungen ist es nicht auszuschließen, dass sich die Konsumkonjunktur weiter abschwächt.

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