Vernichtungsstreiks in Metallindustrie Ost
Metaller-Streik im Osten soll Besitzstände im Westen sichern

20.06.03 - - Beispiellos ist was die IG Metall in Ostdeutschland aktuell veranstaltet. Noch nie wurden derart verantwortungslos, gewissenlos und skrupellos die rechtstaatlichen Freiräume überdehnt. So stellten Gerichte fest, dass die IG-Metall in eindeutig rechtsbrecherischer Weise den Zugang zu Betrieben durch westdeutsche Streiktouristen blockieren ließ und verurteilten IG Metall Chef Zwickel hierfür mehrfach. Diese Aktionen sind umso verwerflicher, als man die rechtswidrigen Betriebsblockaden nur mittels aus dem Westen importierter Streikposten realisieren konnte, da weder den Beschäftigten noch den Menschen im Osten allgemein vom Streik profitieren können.

Bekannt ist allen Beteiligten, dass die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland seit Jahren stagniert und sich die Schere zum Westen sogar wieder weiter geöffnet hat. Dass es der Autobranche dabei als einziger realativ gut geht will die IG Metall nun ausnutzen um den Osten "auf Linie" zu bringen. Denn ein Dorn ist dem designierten Vorsitzenden Peters die 38 h Woche. Insbesondere da es im Westen Bestrebungen gibt die Arbeitszeit wieder zu verlängern, da Deutschland mittlerweile die kürzesten Arbeitszeiten hat und dies der Wirtschaft zu schaden beginnt, was letztlich die Arbeitsplätze gefährdet. Um das Argument im Osten ginge es ja auch mit 38 h in der aufkeimendem Diskussion nun gar nicht erst aufkommen zu lassen muss die mit aller Gewalt weg. Koste es was es wolle. Und dabei hat die IG Metall recht wenn sie sagt, dass die Betriebe wegen der 35 h Woche keine bestehenden Arbeitsplätze streichen werden. Allerdings werden z.B, BMW, Siemens u.a. nicht mehr die vollen geplanten Kapazitäten schaffen. So wird es bei BMW statt geplanter 5.500 nur 4.500 Arbeitsplätze geben. Und ausländische Investoren überdenken Investments ganz.

Denn - die ostdeutschen Länder konkurrieren mit den neuen EU Ländern Polen, Ungarn etc.. So produziert Opel in Polen bei gleicher Produktivität und mindestens gleich guter Qualität zu 80 Prozent niedrigeren Lohnkosten. Wer hier in Ostdeutschland nun die Kosten weiter treibt wird keinen Investor finden, der bei klarem Verstand hier investiert statt in Polen. Da helfen dann auch Fördermittel nicht mehr. Und einmal verlorene Investoren und Fabriken sind für immer verloren.

Deshalb muß bei der IG Metall schnellstens Vernunft einkehren und die Streikenden müssen einsehen, dass Sie zwar nicht ihre eigenen Arbeitsplätze gefährden, aber mit Ihrer Unterstützung für den Erhalt der 35 h Woche im Westen für eine weiterhin hohe Arbeitslosigkeit im Osten kämpfen und neue Arbeitsplätze für (alle) Zukunft verhindern. Außerdem gefährdet ein langer Streik viele wirtschaftlich ohnehin schon angeschlagene Betriebe.